Pedro Almodóvar
Das MoMA in New York ehrt Pedro Almodóvar © tobis

3.09.2016

Almodóvar-Retrospektive im MoMA

Vom 29. November bis zum 17. Dezember zeigt das in New York ansässige Museum of Modern Art alle 20 Filme des spanischen Regisseurs Pedro Almódovar. Die Fangemeinde für den weltberühmten Filmemacher ist in den USA riesengroß. So erfährt er diese Ehre bereits zum zweiten Mal.


von Marcos Fernández Vacas



Denn schon im Jahre 2011 gab es eine Retrospektive zum Werk von Pedro Almodóvar. In El País hat er nach Meinung der Experten des MoMA „ein Universum geschaffen, in dem außergewöhnliche Charaktere leben“. Ein Labsal für den in Spanien nicht mehr so hoch geschätzten Mann aus La Mancha.

Spanien mag seinen ehemaligen Liebling nicht mehr

So ist sein gerade in vielen Ländern der Welt laufende Film Julieta in Spanien ein echter Flop an den Kinokassen. Auch die Kritik in der Heimat meint es in den letzten Jahren nicht gut mit ihm. Warum? Unter anderem liegt es an seine dezidiert linken politischen Aussagen. Sein Verhältnis zur einflussreichen Katholischen Kirche ist spätestens seit dem Streifen La mala educación – Schlechte Erziehung mehr als angespannt. Und seine Verstrickung im Steuerskandal durch die Panama-Papers trägt nicht zu einem positiven Image im wirtschaftlich gebeutelten Spanien bei.

Die Kritik ist ambivalent, das Publikum ist begeistert

Gerade der Film Schlechte Erziehung zeigt die ambivalente Rezeption, die Almodóvar in der Branche hat. Einhellig sind sich die Kritiker der gesamten Filmwelt über den Rang dieses Streifens als Meisterwerk einig. Nur in Spanien wirft man ihm Nachahmung des Film noir und mangelnde Erzählweise vor. Doch die Erfolge beim Publikum sprechen für sich. Und natürlich die vielen Preise: darunter gehören ein Oscar für Alles über meine Mutter (Bester fremdsprachiger Film) und ein weiterer für Sprich mit ihr (Bestes Original-Drehbuch).

Penélope Cruz verdankt Almodóvar fast alles

Almodóvars Filme überzeugen in vielen Facetten. Seine Geschichten drehen sich oft um etwas skurrile Figuren, die sich plötzlich in einer grenzwertigen Situation befinden. Die Bildsprache des Filmemachers überzeugt durch ihre durchkomponierte Ästhetik. Und vielleicht ist er einer der besten Schauspieler-Regisseure überhaupt. Heute teils weltbekannte Namen wie Penélope Cruz, Antonio Banderas, Carmen Maura oder Marisa Paredes verdanken dem Mann mit dem mittlerweile ergrauten Wuschelkopf fast alles.

 

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Portrait von

 

Bigas Luna

 

Carlos Saura

 

 

 

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Spanien, der Stier und ich

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