3.05.2016

NRW hilft Spaniens Steuerfahndern

Spanien bekommt bei den Ermittlungen gegen Steuerflüchtlinge Hilfe vom Land Nordrhein-Westfalen. Die Daten gehören zu den aus der Schweiz stammenden Steuer-CDs. Per Amtshilfe hat die deutsche Landesregierung die Informationen nun weitergegeben.


von Marcos Fernández Vacas

Konkret geht es um 6,6 Milliarden Euro von spanischen Steuerbetrügern aus dem Jahr 2008. Im Jahr 2006 sollen es sogar über 8 Milliarden gewesen sein. Die deutschen Steuerfahnder haben insgesamt 18 Millionen Euro bei den Ermittlungen an die Informanten gezahlt.

Infantin Cristina wegen Korruption angeklagt

Vielleicht kommt nun etwas mehr Dynamik in das von Korruptionsfällen geschundene Land im Südwesten Europas. In Spanien sitzen sogar Mitglieder der Königsfamilie wegen Finanzdelikten vor Gericht. Bei der Infantin Cristina und ihrem Ehemann Iñaki Urdangarin geht es hauptsächlich um Veruntreuung öffentlicher Gelder. Aber auch um Steuerbetrug, Geldwäsche und Unterschlagung.

Schweiz meldet nun die Steuerhinterzieher

Laut spanischer Medien liegt Spanien auf Platz 4 der von Steuerdelikten am meisten betroffenen Länder in Europa. Nur Frankreich, Italien und Großbritannien haben mehr auf dem fiskalischen Kerbholz verbucht. Seitdem die Schweiz bilaterale Abkommen über die steuerliche Auskunftspflicht geschlossen hat, ändert sich die Lage auch in Spanien. Seit dem Jahr 2013 hat das Steuerparadies fast 20 Milliarden Euro dem spanischen Finanzamt gemeldet.

Spanien wankt von Skandal zu Skandal

Bereits 2010 hatte ein anderes europäisches Land Spanien bei der Fahndung nach Steuerbetrügern geholfen. Frankreich gab die sogenannte Liste Falciani heraus, in der die Familie des verstorbenen Bankiers Emilio Botín auftauchte. Der Chef vom Banco Santander zahlte tatsächlich 200 Millionen an den spanischen Fiskus nach. Im jüngsten Skandal um die Panama Papers tauchen so illustre Namen wie Pedro Almodóvar, Lionel Messi, der ehemalige Wirtschaftsminister Rodrigo Rato und die Tante von König Felipe VI, Pilar de Borbón, auf. Ein Ende der Betrugsfälle ist kaum abzusehen.

 

 

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