Ein Stier und ein Stierkämpfer
Das gehört vielleicht in A Coruña bald der Vergangenheit an © tb

6.10.2014

Proteste gegen Stierkampf in A Coruña

Am Wochenende haben Tausende Bürger von A Coruna gegen den Stierkampf protestiert. Vor allem sind sie gegen die Subventionen der Stadt in dieses Ritual. Das ist ein offener Kampf gegen die Corrida-Lobby.

von Marcos Fernández Vacas    

Der Anti-Stierkampf-Protest lief pünktlich zum Auftakt des Volksfestes Fiestas del Rosario in A Coruña an. Organisiert hatte es der Tierschutzverband Libera!. Viele Politiker unterstützen seine Ziele.

Gegen die Stierkampf-Lobby

Die über 3000 Demonstranten starteten am Sonntag in A Coruña am Millennium-Obelisk Richtung Stadtplatz Praza de María Pita. Auf vielen Spruchbändern stand La tortura no es cultura, das Foltern ist nicht Kultur. Einer der Pressesprecher des Marsches redete Klartext gegenüber den spanischen Medien: „Die Tierquälerei im Stierkampf muss weg. Aber vor allem die 100.000 Euro Subvention von A Coruña für eine Praxis, die keinerlei Anhängerschaft in dieser Stadt hat“. Wohl eher spielen Gefälligkeiten gegenüber Lobbyisten eine tragende Rolle.

Politisches Ziel ist das Verbot

Politiker verschiedener Parteien unterstützten am Sonntag die Protestaktion. Von der nationalistischen BNG über die Sozialdemokratische PSOE bis hin zur linken IU waren über zwei Handvoll Volksvertreter beim Marsch gegen den Stierkampf dabei. Aus Brüssel kam sogar die EU-Abgeordnete Lídia Senra. Für den Verband Libera! ein weiteres Zeichen für das zukünftige Ende der Corrida in Spanien. „Wenn nun selbst institutionelle Vertreter mit uns sind, kann es bei uns in Galicien nicht mehr lange so weitergehen“, so ein  Pressesprecher. Das Verbot des blutigen Spektakels steht deshalb bald auf der politischen Agenda der nordwestlichen Region Spaniens, so wie bereits auf den Kanarischen Inseln und in Katalonien.

Galicien ist dabei im Gegensatz zu Kastilien und Andalusien keine spanische Region mit besonderer Stierkampftradition. Hier ist das Wildpferde-Treiben Rapa das Bestas wesentlich gefragter. Lediglich die Stadt Pontevedra verfügt in der nordwestspanischen Region über eine eigens für den Stierkampf gebaute Arena.



 

 

 

Bewerte diese Seite

 
 
 
 
 
 
 
Bewerten
 
 
 
 
 
 
0 Bewertungen
0 %
1
5
0
 

Literatur-Tipp

Muschelmord, Tod auf dem Jakobsweg. Ein Polizist ermittelt undercover im Pilgermilieu: