Baskische Fahne
Das Baskische ist in Navarra so präsent wie die Fahne Ikurriña © tb

8.07.2015

Baskisch demnächst Amtssprache in Navarra

Die zukünftige Regierung von Navarra möchte das Baskische als offizielle erste Amtssprache festigen. Vor allem in amtlichen Institutionen, Schulen und Medien. Kastilisch spielt dann im öffentlichen Leben eine immer geringere Rolle.

von Marcos Fernández Vacas

Es könnte eine der ersten wichtigen Amtshandlungen des links-nationalistischen Parteienbündnisses Geroa Bai, EH Bildu, Podemos und Izquierda-Ezquerra sein. Navarra soll somit näher an das Baskenland heranrücken. Doch das Euskera ist gegenwärtig eine Minderheitensprache in der nordspanischen Region.

Obligatorische Sprachkurse für kastilische Beamte

Bisher hatte das Baskische den Status einer zweiten offiziell anerkannten Amtssprache im Norden der Region Navarra. Nun aber geht die Annäherung an das Baskenland weiter als bisher. Für kastilisch sprechende Beamte soll es sogar obligatorische Sprachkurse geben. Die Medien bekommen von der zukünftigen Regierung unter Uxue Barkos eine staatliche Verpflichtung zum Senden und Veröffentlichen in baskischer Sprache aufgebrummt. Solange sie öffentliche Gelder bekommen. Für die Schulen gilt das Festhalten an der Mehrsprachigkeit, aber das Euskera bekommt mehr Raum im Unterricht.

Vereinigung von Navarra mit dem Baskenland?

Laut El Mundo ist das programmatische Ziel, das Baskische zu fördern. „Denn diese Sprache braucht einen Wiederbelebungsprozess, der für alle in Navarra lebenden Bürgern zum Vorteil gereicht“, so die öffentliche Verlautbarung. Offensichtlich ist es aber auch politisches Ziel, sich institutionell dem Baskenland anzugleichen. Nicht wenige Nationalisten hoffen auf eine Vereinigung mit dem Baskenland, wie es die spanische Verfassung von 1978 auch erlaubt. Bisher gab es aber noch nie ein Referendum dazu.

Für einige Regionen Spaniens gelten Sonderrechte

Aus historischen Gründen hatten die verantwortlichen Politiker während dem Transición genannten  Demokratisierungsprozess den beiden Autonomen Regionen Sonderrechte in kulturellen und politischen Angelegenheiten zugestanden. Diese hatten ihren Ursprung bereits in der Zweiten Republik von 1931-1939, die auch für Katalonien und Galicien galten. Die Katalanen  haben gegenwärtig die rigideste Sprachpolitik, die bis ins kleinste Detail des öffentlichen Lebens greift. Heutzutage ist es fast unmöglich, etwa eine Bar mit kastilischen Namen zu finden.

 

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Literatur-Tipp

Muschelmord, Tod auf dem Jakobsweg. Der Krimi. Ein Polizist ermittelt undercover im Pilgermilieu:

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