Foto von Chirbes
Rafael Chirbes schreibt auch über die Gegenwart © Volker Hinz

8.10.2014

Chirbes bekommt Nationalen Literaturpreis mit Am Ufer

In Spanien hat der Schriftsteller Rafael Chirbes den Nationalen Literaturpreis für den Roman Am Ufer erhalten. Mit dem Premio Nacional de Narrativa ehrt der spanische Staat ein kritisches Buch über die miserable Wirtschaftssituation. Viele Fans hat der Künstler auch in Deutschland.

von Marcos Fernández Vacas    

Den Preis vergibt alljährlich das Ministerium für Erziehung, Kultur und Sport. Es ist die höchste Auszeichnung des spanischen Staates für Literatur. Dotiert ist er mit 20 000 Euro. Bekannte Preisträger sind Ana María Matute, Camilo José Cela und Javier Marías.

Roman über die Krise in Spanien

Das Buch hat bereits den Kritikerpreis Premio de la Crítica 2014 erhalten. Für die Jury des Ministeriums ist En la orilla „ein außerordentliches literarisches Kunstwerk, in dem es zwar über die aktuelle Situation geht, aber dennoch einen einfachen Realismus mit formellen Reichtum und poetischen Mitteln übersteigt“. Mit dieser Erzählung hat Rafael Cirbes den ultimativen Roman über die Krise in Spanien geschrieben.

Erfolg auch in Deutschland

1949 in Tavernes de la Valldigna nahe Valencia geboren, ist Chirbes schon längst ein anerkannter Schriftsteller in Spanien. Zwar hat er in Madrid zeitgenössische Geschichte studiert, doch kam er sehr bald als Journalist zur Literaturkritik. Nebenbei schrieb er über Restaurants oder Reiseziele. Sein erster Roman Mimoun von 1988 war sofort ein Erfolg. Nach drei weiteren Büchern kam 1996 Der lange Marsch heraus, der ein internationaler Erfolg war. Unter anderem bekam er in Deutschland den SWR-Literaturpreis.

Jeder kaut an seinem eigenen Roman

Zusammen mit Der Fall von Madrid (2000) und Alte Freunde (2003) beschäftigte sich Chirbes literarisch mit der spanischen Gesellschaft in der Post-Franco-Zeit bis zur Transición Ende der 70er-Jahre, die glücklich zur Demokratie führte. Vielen gilt er als kritischer Chronist seiner Zeit. Für ihn selbst jagen Romanschreiber „etwas nach, von dem wir nicht einmal wissen, was es sein könnte. Poesie wird nicht verkündet, sie wird versucht. Jeder kaut an seinem eigenen Roman, so wie jeder an seinem eigenen Tod kaut.“ Auf sein nächstes Werk darf man gespannt sein.


Weitere interessante Links:


zur Rezension


Flut von Sabas Martín


Das Schweigen des Sammlers von Jaume Cabré

 

 

Bewerte diese Seite

 
 
 
 
 
 
 
Bewerten
 
 
 
 
 
 
1 Bewertungen
100 %
1
5
5
 

Literatur-Tipp

Muschelmord, Tod auf dem Jakobsweg. Ein Polizist ermittelt undercover im Pilgermilieu: