Maurische Hufeisenbögen
Ein heftiger Streit um die Mezquita von Córdoba ist entbrannt

8.02.2015

Marken-Streit um die Mezquita von Córdoba

Das Domkapitel von Córdoba und die spanische Bierbrauerei Mahou streiten um die Mezquita als Marke. Ein Trauerspiel um Profit und historisches Andenken. Mittlerweile ist das Prestige der bekannten Weltkulturstätte in Andalusien in Gefahr.

von Marcos Fernández Vacas

Das Tochterunternehmen Cervezas Alhambra ist in Córdoba vor Gericht gegangen. Es sieht den Verkauf seiner alkoholischen Getränke gefährdet. Im Rechtsstreit um die Marke Mezquita kann es bis zum Oberlandesgericht in Madrid gehen.

Kirche verneint ökonomische Absichten

Der Streit ist nicht neu. Seit geraumer Zeit versucht die Katholische Kirche alle Ansprüche auf den Markenname Mezquita de Córdoba zu unterbinden. Das tut sie, indem sie sich die Rechte dafür juristisch selbst zuschreibt. Immer darauf bedacht, vom Verdacht „ökonomischer Absichten“ abzulenken. Dem Nachrichtenmagazin Diario andaluces zufolge hat Cervezas Alhambra jedoch bereits 2002 den Markenname für ihr Bier Cerveza Mezquita registrieren lassen. All das geschah, bevor der multinationale Konzern Mahou das Unternehmen aus Granada schluckte.

Biersorten aus Spanien als Werbung: Alhambra und Mezquita
Alhambra-Bier, tb

Extremer Schaden für das Weltkultuerbe

Zehn Jahre später hat das Domkapitel von Córdoba dasselbe getan. Pikanterweise in der Registrationskategorie Biere und alkoholische Getränke, die sich beim staatlichen Patentamt unter der Nummer 32 befindet. Als dies an die Öffentlichkeit gelangte, schrillten bei Mahou die Alarmglocken. Sofort erstatteten sie eine Anzeige gegen die Katholische Kirche, die diese wenige Wochen später mit einer Anzeige ihrerseits beantwortete. Ein Rechtsstreit, der dem Weltkulturerbe mehr schadet als hilft.

Ein Kulturkampf um das historische Erbe

Dabei ist es wohl nur der Ausläufer eines widerwärtigen Kulturkampfes. Unterstützt durch die konservative Regierung des PP versucht die Katholische Kirche das maurische Erbe aus dem historischen Gedächtnis der Andalusier und Spanier zu löschen. Zum Beispiel haben sie es vor einigen Jahren geschafft, das Gebäude nur als Catedral de la Asunción de Nuestra Señora öffentlich bezeichnen zu lassen. In manchen Touristenführer beispielweise taucht der Begriff Mezquita lediglich in Klammern auf.

"Zerstört, was einmalig in der Welt war“

Nicht zu fassen, wo es doch eins der wichtigsten Monumente islamischer Architektur ist. Ihr Baubeginn liegt im Jahre 784 unter der Aufsicht  des ersten umayyadischen Emirs von Córdoba namens Abd ar-Rahman I. Nach der Wiedereroberung der Stadt im Jahre 1236 wandelten die Spanier im Laufe der Zeit die Moschee in eine Kathedrale um. Nach etwas mehr als drei Jahrhunderten war der Umbau geschafft. Als jedoch der Legende nach Karl V. 1526 das Ergebnis sah, soll er bedauernd gesagt haben: „Ihr habt getan, was möglich war, etwas erbaut, was es andernorts schon gibt, und dafür habt ihr etwas zerstört, was einmalig in der Welt war“.

 

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Literatur-Tipp

Muschelmord, Tod auf dem Jakobsweg. Der Krimi. Ein Polizist ermittelt undercover im Pilgermilieu:

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