Antike Stadtmauer
Lugo ist bekannter für die Stadtmauer als für Gefängnisstäbe © tb

11.04.2017

Spanisches Gefängnis gedenkt Franco-Opfern

Die in der Autonomen Region Galicien liegende Stadt Lugo hat seit Ende März ein ungewöhnliches Gefängnis-Museum. Bereits in den ersten Monaten des Bürgerkrieges sperrten die Franco-Truppen politische Gefangene hier ein. Auch grausame Folter stand auf der Tagesordnung.


von Marcos Fernández Vacas

 

Lugo bietet nun neben antiken und mittelalterlichen Bauwerken die neue Attraktion namens Centro O Vello Cárcere. Die Restaurierungsarbeiten begannen vor sechs Jahren. Den Verantwortlichen sind die zukünftigen Ausstellungen und Kultur-Events in den neuen Museums-Räumen wichtig. „Nun haben die Familien der Opfer der Franco-Diktatur einen angemessenen Ort des Gedenkens“, so ein  Sprecher des Vereins für das Historische Gedächtnis.

Historisches Erinnern ist in Spanien Gesetz

Dieser Verein entstand durch das sogenannte Gesetz Ley de Memoria Histórica während der ersten Regierungszeit unter dem Sozialisten José Luis Rodríguez Zapatero. Bis heute spaltet es die spanische Nation in zwei Lager, die um die Deutungshoheit der Geschichte des Bürgerkrieges und der Franco-Diktatur streiten. Es geht um nicht weniger als die staatliche und gesellschaftliche Anerkennung der Opfer des diktatorischen Regimes. Das Gefängnis-Museum von Lugo schließt in dieser Sache eine wichtige Lücke. Öffnungszeiten sind täglich von 11-14 Uhr und 17.30-20.30 Uhr, samstags bis 22.30 Uhr. Montagnachmittags ist das Museum  geschlossen.

Lugo ist Teil der Pilgerstrecke Camino primitivo

Unter Spanienkennern ist Lugo ähnlich wie Santiago de Compostela in Galicien als Stadt mit sehenswerten Monumenten bekannt. Besonders beeindruckend ist die gut erhaltene Stadtmauer aus der Römerzeit. Ebenfalls aus antiker Zeit stammen einige Thermen und eine Brücke. Die am Fluss Miño liegende Kleinstadt gehört zum ältesten Teil des Jakobsweges – dem Camino primitivo aus dem 9. Jahrhundert. Oviedo in Asturien bildet den Anfang dieses Pilgerweges, im galicischen Ort Melide endet er. Von hier aus geht es nach Arzúa auf den klassischen Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela. Einen Ausflug wert sind in Lugo die an Flora und Fauna reiche Umgebung der Flüsse Miño und Rato.

 

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