Stadtmauer
Lugo ist bekannt für seine Römermauer. Ex-Diktator Franco, ebenfalls Galicier, war bislang Ehrenbürger © tb

12.05.2015

Lugo nimmt Ehrung für Franco zurück

Die Stadt Lugo in Nordwestspanien hat den vor Jahrzehnten an Franco verliehenen Titel des Ehrenbürgermeisters zurückgenommen. Auch Straßen mit dem Namen des Diktators verschwinden. Andere bekommen Namen wie Adolfo Suárez und Manuel Fraga, Galiciens Langzeit-Regierungschef.

von Marcos Fernández Vacas

Laut El País ging es bei der parlamentarischen Abstimmung im Rathaus von Lugo vor einer Woche hoch her. Denn die Stadt erkennt zusätzlich anderen Personen die Goldmedaille der Stadt wegen Nähe zum Faschismus ab. Aber der einstige Franco-Politiker Manuel Fraga bleibt in Galicien hoch angesehen.

Lugo möchte an Demokratiebeginn erinnern

Es ist etwas mehr als 60 Jahre her, als der Diktator Francisco Franco den Titel des Ehrenbürgermeisters von der Stadt Lugo verliehen bekam. Also mitten in den dunkelsten Tagen der in Spanien unter Posguerra bekannten bleierne Zeit nach dem Bürgerkrieg. Nun ziehen die regierenden Sozialisten im Stadtrat einen Schlussstrich unter die Zeit des Faschismus. Neben der Aberkennung des Ehrentitels ändern sich die Namen einiger Straßen und gedenken an mit der Demokratie verbundene Personen wie etwa an den ersten demokratischen Regierungschef Adolfo Suárez.

Sozialisten in Lugo honorieren Chef der Gegenpartei

Die Konservativen sprechen von politischem Revisionismus. Außerdem würden sich die Anwohner belästigt fühlen. „Sie sind an die Straßennamen gewohnt, und nun haben sie nichts anderes als mehr Kosten“, so Sprecher Jaime Castiñeira im Parlament. Seltsamerweise möchten die Sozialisten eine Straße nach dem Franco-Minister und jahrzehntelangen Ministerpräsidenten von Galicien Manuel Fraga benennen. Denn für Bürgemeister Xosé López Orozco „war er eine Person, die sich verändert und für die Demokratie gearbeitet hat.“

Fraga war über Jahrzehnte Galiciens Regierungschef

Auch die Angelegenheit um Manuel Fraga passt der konservativen Partido Popular nicht. Dabei ist sie die Nachfolgepartei der Alianza Popular, die Manuel Fraga während der Transición als Mitte-Rechts-Partei in den siebziger Jahre gründete. Letztendlich war er ja auch der erste Präsident der PP, auch wenn es nur zu zwei Jahren reichte. Aber ein Vierteljahrhundert war er es in Galicien, fast genau so lange hatte er das Amt des Ministerpräsidenten inne.

 

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