Schüler vor San Antonio Abad-Statuen
Schüler vor San Antonio Abad-Statuen in einer Kirche in Valladolid © tb

14.01.2016

Sankt Antonius-Fest in Spanien

In ganz Spanien gedenken die Einheimischen am 17. Januar des Heiligen Antonius, den sie San Antonio Abad nennen. Völlig unterschiedlich fallen die Fiestas in den verschiedenen Regionen aus. Auf den Baleareninseln Mallorca, Menorca und Ibiza feiern Einheimische mit Teufelsmasken, in Madrid segnet ein Pfarrer in der Kirche San Antón Haustiere und die Pferde der Guardia Civil.


von Marcos Fernández Vacas

Im deutschsprachigen Raum ist der Heilige Antonius der Große (wohl 251-356 n. Chr.) kaum bekannt, in Spanien aber umso mehr. Dabei war er nicht mal von der Iberischen Halbinsel, sondern ein Ägypter. Aber er gilt als der erste christliche Mönch.

Antonius war ein asketischer Eremit

Denn er wählte ein asketisches Leben als Eremit in der Wüste, nachdem er sich als junger Mann von Besitz und Reichtum losgesagt hatte. Der Teufel versuchte ihn mehrmals, seine Entsagung gilt als vorbildhaft. Dalí verewigte dies in einem seiner bekanntesten Bilder. Antonius gilt auch als besonders barmherzig zu Tieren, da ein von ihm geheiltes Ferkel ihm ein Schweineleben lang aus Dankbarkeit hinterherlief. Dadurch gilt er auch in Spanien als Schutzheiliger der Tiere.

In Madrid erhalten Tiere den Segen

Die Spanier feiern den Gedenktag des Sankt Anton regional sehr unterschiedlich. So pilgern in Madrid etwa die Bauern aus dem Umland zur Kirche San Antón. Mit dabei sind einige ihrer Tiere, die vom Pfarrer den Segen erhalten. Auch die Guardia Civil ist da, damit ihre Polizeipferde gesegnet werden. Stadtbewohner bringen ihre Haustiere mit.  Die Bäckereien des Viertels im Zentrum nahe der Gran Vía preisen an diesem Tag ihre Brötchen Panecillos de Antón an.

Valencia hat Märkte mit Trockenfrüchte

Im Umland der Großstadt Valencia feiern kleinere Orte den Sankt Anton-Tag mit traditionellen Märkten, die vor allem Trockenfrüchte anbieten. Einheimische nennen sie el porrat de Sant Anton. In der vorhergehenden Nacht zünden die Menschen große Freudenfeuer an, die dem Mythos nach vor Krankheiten im kommenden Jahr schützen. Ähnlich laufen die Feiern in Aragón und in Navarra. Da gibt es aber dann auch Essen dazu, etwa gebratenes Schwein. So ist das Feuer gut genutzt.

In Málaga sind die Feiern religiös

In Andalusien wiederum geht es religiös zu, etwa in Málaga. Es sind dann besondere Tage für die bekannten Bruderschaften, insbesondere des Viertels Churriana. Am Vorabend des Festtages ziehen sie in Prozessionen durch die Stadt. Dabei verbrennen sie rotierende Feuerwerkskörper, die die Wünsche für das kommende Jahr begleiten. Am Festtag selbst gehen die Einheimischen in Messen, küssen die Füße der Statue San Antonio Abad und feiern mit kulinarischen Köstlichkeiten sowie Flamenco.

Auf Mallorca ist der Teufel los

Völlig anders die Leute auf den Balearen. Zwar fackeln die Feiernden auf Mallorca am Vorabend des 17. Januar in Orten wie Artá oder Cala Ratjada auch Freudenfeuer ab, aber diese sind Teufelspuppen. Am Festtag selbst sind viele Menschen auf der Straße als Teufel verkleidet oder verstecken ihr Gesicht hinter Masken des Satans. Zu essen gibt es espinagada, ein Aalgericht. In Menorcas Hauptstadt Mahón dagegen essen die Einheimischen an diesem Tag torrades, eine spezielle Sobrasada-Rohwurst.

 

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