Maimonides-Statue in Andalusien
Der bedeutende jüdische Philosoph Maimonides war aus Córdoba

17.06.2015

Spanische Staatsangehörigkeit für Sepharden

Spanien erleichtert seit diesem Monat per Gesetz den Sepharden den Erhalt der Staatsangehörigkeit. Eine bedeutende historische Wiedergutmachung. Denn seit dem Abschluss der Reconquista im Jahr 1492 verfolgte und vertrieb das katholische Königreich die Juden aus der Iberischen Halbinsel.

von Marcos Fernández Vacas

Die Nachfahren der spanischen Juden können jetzt innerhalb der nächsten drei Jahre einen Antrag stellen. Weder müssen sie nach Spanien ziehen, noch ihre gegenwärtig gültige Nationalität aberkennen. Alle politischen Kräfte haben diese einzigartige kulturpolitische Initiative unterstützt.

Spanische Juden wanderten in Krisengebiete aus

Jeder muss dazu einen Nachweis seiner sephardischen Abstammung vorlegen. Das ist eine mancherorts schwierig, denn viele der spanischen Juden siedelten sich in Gebiete mit Jahrhunderte anhaltende Krisen an. Die meisten zogen nach Nordafrika, vor allem nach Marokko, andere ließ das Osmanische Reich im heutigen Makedonien und Bosnien einwandern.

Cervantes-Institut übernimmt den Sprachtest

Hinzu kommt ein Test, in dem die sephardischen Antragsteller ihre Sprachkenntnisse sowie ihr Wissen über Spaniens Kultur und Bräuche darlegen. Wer schon Spanisch kann, bleibt vom Sprachtest befreit. Das alles läuft unter der Regie des Cervantes-Institutes. Die Abwicklung der Formalitäten ist auch per Internet möglich. Nur auf die Dreijahres-Frist ist, laut einiger spanischer Medien, zu achten.

Sepharden leisteten wichtigen Beitrag zur Kultur Spaniens

Die Sepharden lebten seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. auf der Iberischen Halbinsel. Seit dem 10. Jh. traten sie vermehrt im Kalifat von Córdoba bedeutende Staatsposten an und wirkten mit großem Einfluss in Kunst und Wissenschaft. Der Philosoph Moses Maimonides gilt bis heute als bedeutender Gelehrter des Mittelalters. Letztendlich meinte es die Geschichte in Spanien nicht gut mit den Juden. Um die nur äußerlich zum Christentum Konvertierten aufzuspüren, beantragte und bekam schon 1478 das Königreich Kastilien durch die Katholische Kirche die Einrichtung der Spanischen Inquisition.

 

Weitere Links:

 

Infos zu


Spaniens Geschichte


Hofjude Abraham Senior

Literatur-Tipp

Muschelmord, Tod auf dem Jakobsweg. Der Krimi. Ein Polizist ermittelt undercover im Pilgermilieu:

Bewerte diese Seite

 
 
 
 
 
 
 
Bewerten
 
 
 
 
 
 
0 Bewertungen
0 %
1
5
0