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Die Polizei bekämpft weiterhin die Prostitution in Spanien © tb

18.04.2015

Partei Ciudadanos für legale Prostitution in Spanien

Die mittlerweile in ganz Spanien agierende Gegenpartei Ciudadanos setzt sich für die Legalisierung der Prostitution in Spanien ein. So zumindest ihr Vorsitzender Albert Rivera im öffentlichen Interview. Ein Startschuss zur Wahlkampagne 2015.

von  Marcos Fernández Vacas

Voraussichtlich im Dezember dieses Jahres sind die Parlamentswahlen in Spanien. Da gilt es Themen unters Volk zu bringen. Vor allem in Konkurrenz zur ebenfalls zugkräftigen neuen Anti-Partei Podemos des charismatischen Generalsekretärs Pablo Iglesias.

Kollektive Doppelmoral gegenüber Prostituierten

Gegenüber dem Radiosender Cadena Ser setzte sich Albert Rivera diese Woche in einem Interview vehement für die Rechte der Prostituierten ein. Nicht nur nimmt seine Partei Ciudadanos die Aufhebung des Verbots bezahlter Liebesdienste in das Programm auf. Vielmehr ist der Kampf gegen die dahinterstehende Sex-Mafia ein innenpolitisches Ziel. Soziale Rechte von Prostituierten müssen die Politiker verbessern. Denn für die Öffentlichkeit „existieren diese Personen nicht. Das ist eine kollektive Doppelmoral, aber diese Frauen sind da und leiden“, so Rivera.

Mit Sex-Diensten verdienen die Mafias enorm

Laut ABC gibt es um die 300 000 Prostituierte in Spanien, die meisten davon üben ihre Tätigkeit in Großstädten aus. Gerade in Barcelona ist die Strafverfolgung hart, doch das Problem bleibt seit Jahrzehnten ungelöst. Denn es ist ein gutes Geschäft, mit dem in Spanien 5 Millionen Euro den Besitzer wechseln – am Tag. In Europa schätzen Experten die erwirtschaftete jährliche Summe auf etwa 2,3 Milliarden Euro. Genau genommen sind in Spanien organisierte sexuelle Aktivitäten wie Bordelle illegal. Anders ist die Situation  in Deutschland, wo die Prostitution nicht nur legal ist. Sie ist teilweise gesetzlich reglementiert. Besonders im Arbeitsrecht machen sich die Gewerkschaften stark in diesem Metier.

Alternative Parteien streben in Spanien auf

Seit Tagen erhitzen sich nun auf der Iberischen Halbinsel die politischen Gemüter. Thematisch pochen die Konservativen der PP darauf, jede sexuellen Dienst einer Frau gegen Entgelt als Verbrechen zu brandmarken. Die Sozialisten der PSOE werfen Ciudadanos einen Kuhhandel mit den Menschenrechten vor. Von den Kommunisten in IU kommt eine Kriegserklärung gegen die Prostitution. Bei vielen Akteuren spielt auch die Angst um die politische Existenz eine Rolle. Mit Ciudadanos und Podemos ist die Parteienlandschaft nämlich neu gemischt. Spätestens seit den Regionalwahlen 2015 stellt sich darum überdeutlich die Machtfrage, die Ende des Jahres eine Antwort vom Bürger fordert.

 

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Spaniens neue Parteien

Literatur-Tipp

Muschelmord, Tod auf dem Jakobsweg. Der Krimi. Ein Polizist ermittelt undercover im Pilgermilieu:

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