21.12.2015

Wahlergebnis in Spanien

Die Wahl in Spanien ist entschieden. Schon nach ersten Hochrechnungen um 20 Uhr war klar: Es gibt ab sofort vier fast gleichstarke Parteien im spanischen Parlament. Jetzt stehen die Zahlen fest. Mariano Rajoy hat zwar die meisten Stimmen, ist aber auf Koalitionspartner angewiesen. So etwas hat es in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben.

von Tobias Büscher

Bei der 12. Landeswahl in der jungen Geschichte der spanischen Demokratie haben 36,5 Millionen wahlberechtigte Spanier ein völlig neues Parlament gewählt. Die seit 30 Jahren dominierenden Parteien der konservativen PP und der sozialdemokratischen PSOE bekommen Konkurrenz von den jungen Parteien Ciudadanos und Podemos. Diese sind erstmals im Parlament in Madrid vertreten und erstaunlich stark im Vergleich zu den Etablierten. Das Ergebnis: Die bislang in absoluter Mehrheit regierende Volkspartei unter Mariano Rajoy von der Volkspartei PP braucht einen Koalitionspartner.

So haben die Spanier am 20. Dezember 2015 gewählt, mit leicht höherer Wahlbeteiligung als 2011:

PP: 28,72 Prozent

PSOE: 22,01 Prozent

Podemos: 20,66 Prozent

Ciudadanos: 13,93 Prozent

Bunter war Spaniens Politik noch nie

Lange hatte es so ausgesehen, als könne der bisherige Regierungschef Mariano Rajoy die neuen Konkurrenten entzaubern. Die Wirtschaftskrise hat er gut überstanden, die hohe Arbeitslosigkeit der jungen Spanier von 50 Prozent ist leicht rückgängig. Doch die Korruptionsaffären in seiner Partei rund um Schmiergeld und Bestechlichkeit wollten viele Spanier nicht mehr hinnehmen. Vor allem die Eskapaden des Ex-Wirtschaftsministers Rodrigo Rato hat den Konservativen schwer geschadet. Der ist im April wegen des Verdachts auf Korruption und Verschleierung von der Polizei in Handschellen abgeführt worden. Auch das hat die noch jungen Parteien Ciudadanos (wirtschaftsliberal) und Podemos (links) beflügelt. Vor allem Uni-Professor Pablo Iglesias mit dem Pferdeschwanz als Podemos-Chef ist das genaue Gegenteil der etablierten spanischen Politik: jung, unverbraucht und der Liebling der Jugendlichen und der Studenten. 

Literatur-Tipp

Muschelmord, Tod auf dem Jakobsweg. Der Krimi. Ein Polizist ermittelt undercover im Pilgermilieu:

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