31.03.2016

Andalusien: Obst-Anbau bedroht Coto Doñana

In der südspanischen Region Andalusien gefährdet der Obst-Anbau den bekannten Nationalpark Coto Doñana. Ganz besonders der Erdbeerbestand trocknet das artenreiche Gebiet aus. Für Naturschützer ist es so bedroht wie der Amazonas-Urwald.


von Marcos Fernández Vacas

Dabei sind viele der Erdbeerfelder illegal. Landwirte bauen dafür Brunnen, die das Grundwasser immer weiter absinken lassen. Für Ökologen kann nur ein Boykott der Verbraucher den Nationalpark retten.

Der Umweltschutz existiert nur auf dem Papier

Laut El Diario locken 300 Millionen Euro Umsatz im Jahr die Bauern. Ein Geschäft, das diese sich in Andalusien nicht entgehen lassen. Der spanische Vogelschutzbund Sociedad Española de Ornitología-Birdlife weist auf die Gefahr für den Tierbestand hin: „Die intensive Agrarwirtschaft gleicht einer Explosion“, so ein Sprecher zur lokalen Presse. Besonders verärgert sind die Naturschützer über die Haltung der Politik. Schützende Gesetze existieren zwar, doch aus arbeitsmarktpolitischen Gründen schweigen die Verantwortlichen.

Wichtigstes Feuchtgebiet Spaniens

Einzig die Verbraucher richten vielleicht noch etwas aus. Der gezielte Verzicht auf Erdbeeren aus dieser Region könnte zumindest dem illegalen Erdbeer-Anbau den Garaus machen. Seit 1969 ist der Coto de Doñana schon Nationalpark, seit 1996 UNESCO-Weltnaturerbe. Er ist das wichtigste Feuchtgebiet Spaniens. Hinzu kommt seine Bedeutung als Rastgebiet für europäische Zugvögel. Auch leben hier einige wenige Exemplare des seltenen Pardelluchses. Touristen können den Nationalpark besuchen, jedoch ist eine Voranmeldung für geführte Gruppen-Touren nötig.

 

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Literatur-Tipp

Muschelmord, Tod auf dem Jakobsweg. Der Krimi. Ein Polizist ermittelt undercover im Pilgermilieu:

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