Pulpo mit Wein aus Spanien
Spaniens Gewürze für Fisch, Fleisch und mehr, ts

Spaniens Kräuter und Gewürze

Safran ist das bekannteste Gewürz Spaniens und das teuerste. Daneben lieben die Spanier ihre Gewürzmischungen für Fleisch und Paella genauso wie frischen Thymian, Rosmarin und Zitrusscheiben.

 

Hier nun ein Überblick über die Hierbas und Especias der Iberischen Halbinsel, die auch Bestandteil vieler unserer Rezepte aus Spanien sind.

Safran-Ernte in Spanien
Safranernte in der Mancha

Azafrán: Spaniens Safran

Safran aus der spanischen Mancha südlich von Madrid ist das teuerste Gewürz der Welt. 1500 Kilo werden dort pro Jahr geerntet. Ein einziges Kilo von dem herb-scharfen Edelgewürz kostet 3000 Euro und besteht aus einer Viertel Millionen violetter Blüten. Und weil das so lukrativ ist, importieren die Spanier den Safran gerne auch aus dem Iran. Das Gewürz verleiht jeder guten Paella die gelbe Farbe. Als Alternative nutzen die Spanier schon mal Gelbwurz oder Colorante (Lebensmittelfarbe).

Paella-Gewürzmischung
Paella-Gewürzmischung aus der Tüte für sechs Portionen

Paella-Gewürzmix

Für unsere Gourmetküche benutzen wir  - statt eigener Gewürzmischung - schon mal die Paella-Gewürz-Mischung Sazonador de Paella für 2,19 Euro mit drei Tüten, wovon eine einzige für sechs Portionen ausreicht. Der Mix besteht neben einem Hauch Safran aus Nelken, Thymian, Rosmarin, Paprikapulver edelsüß, Muskat und schwarzem Pfeffer.

Gewürz für die Reispfanne richtig nutzen

 

Wer sechs Gäste hat, kommt mit einer der drei Tüten in der Packung locker aus. Wichtig: Vorher in einer Mischung aus Fischsud, etwa von gekochtem Pulpo, sowie mit etwas Weißwein mischen. 

 

Hier die Tipps, wie die Paella am besten Step bei Step gelingt

Chilpulver aus Spanien
Pimentón: Chili aus Spanien, tb

Chili: Spaniens Paprikapulver

Chili gibt es als hochwertiges Pulver vor allem aus der spanischen Extremadura. Das bekannteste Paprikapulver des Landes heißt Pimentón de la Vera. Das Gewürz aus den Schoten gibt es von süß (dulce) bis extra scharf (extra picante). Es dient vor allem zum Würzen von Chorizo-Würsten, aber auch Kalbfleisch und vielen Eintöpfen (Cocidos).

Pimentón wächst insbesondere am Fuß der Sierra de Gredos und bekommt später durch Räuchern seine typisch kräftig-rötliche Farbe. Im Handel gibt es das spanische Gewürz fast ausschließlich in Blechdosen, die das Pulver lange haltbar machen.

Fleisch aus Spanien
Churrasco aus Spanien, tb

Churrasco Gewürzmix

Grillfleisch würzen die Spanier ähnlich wie die Mexikaner gerne mit einem speziellen Mix: Die Varianten sind zahlreich, doch fast immer enthält das Gewürz names Churrasco Barbecue Chilipulver, Koriander, Kümmel, Knoblauch, Majoran und Estragon. Vor allem in Kastilien, der Extremadura und im Aragón ist das Pulver beliebt.

Knoblauch aus Spanien
Knoblauch: Ajo aus Spanien, tb

Knoblauch aus der Mancha

Ajo ist neben Olivenöl und Küchenkräutern ein Standard der spanischen Küche. Knoblauch gehört fast zu jedem Rezept, auch zu Klassikern wie dem Gazpacho, Lammkotelett Cordero oder sogar Fisch. Bei uns sind besonders Gambas al Ajillo oder Chipirones mit Knoblauch bekannt.

Berühmt ist die violette Knolle aus Las Pedroñeras in der spanischen Mancha, wo die trocken Böden der kastilischen Hochebene ideale Bedingungen für den Anbau des Ajos liefern. Die Knollen haben acht bis zehn Zehen, der Geruch und Geschmack ist ziemlich intensiv. Der violette Knoblauch ist die schärfste aller Knoblauchsorten.

Koriander aus Spanien
Koriander aus Spanien, tb

Koriander

Koriander ist besonders auf den spanischen Kanaren-Inseln beliebt und ein wichtiger Bestandteil von Chili-Mischungen und auch Mojo-Saucen. Es gibt ihn frisch oder getrocknet als aromatischen Cilantro (Kraut) oder gemahlen als Cilantro Molido (Samen). Echter Koriander ist ein Gewürz und Heilmittel, kommt als Coliandron aus Griechenland und heißt wörtlich kurioserweise Wanzendill. Koriandergrün ist auch aus der asiatischen Küche bekannt. Hingegen verwenden Deutsche eher Koriandersamen, insbesonders als weihnachtliches Lebkuchengewürz.

Kümmel aus Spanien
Kümmel aus Spanien, tb

Kümmel

Kümmel heißt auf Spanisch Comino und gemahlen Comino Molido. Vor allem der Kreuzkümmel ist ein beliebtes Gewürz für Eintöpfe wie dem Cocido. Daneben verleiht er vielen Käse und Brotsorten sein Aroma und ist ein Klassiker für die gute Verdauung. Spanier verwenden Kümmel auch beim Zubereiten von Hühnerfleisch (pollo) und Fisch, vor allem Lachs und Seeteufel. Übrigens: Kümmel und Kreuzkümmel sind nicht miteinander verwandt und schmecken sehr verschieden. Doch eine verdauungsfördernde Wirkung haben beide.

Lorbeer aus Spanien
Pulpo mit Lorbeerblatt, tb

Lorbeerblätter

Laurel ist das spanische Wort für Lorbeer. Die getrockneten Blätter sind neben Meersalz oft die einzigen Zutaten für Meeresfrüchte: vom Pulpo bis zu den Percebes. Die Gewürzpflanze wächst am spanischen Mittelmeer und auf den Kanaren als Azoren-Lorbeer. Auf Gomera gibt es sogar den größten Lorbeer-Wald Europas: im Nationalpark Garajonay. Und in der Rioja-Hauptstadt Logroño heißt die berühmeste Gasse Calle Laurel. In dieser Lorbeergasse gibt es nicht nur Tapas, sondern auch die besten Weine der Region.

Orangen aus Spanien
Orangen aus Spanien

Orangen und Orangenschalen

Die Schalen der Naranjas nutzen Spanier gerne für erfrischende Salate, Hühner- und Entenfleisch und Nachtische auf Basis von Quark, sowie Flan und Orangenkuchen.

Meersalz mit Kartoffeln
Meersalz für die Papas Arrugadas, tb

Meersalz Flor de Sal

Spaniens Meersalz von den Salinen Ibizas und Mallorcas ist weltberühmt und viel besser als industriell hergestellte Salze. Flor de Sal ist dabei am edelsten. Als Konservierungsmittel war Salz (Sal) schon immer gefragt. Und kaum ein Rezept kommt ohne das Gewürz aus. Auf den Kanaren sind Papas Arrugadas beliebt. Die Runzelkartoffeln werden allerdings mit so viel Salz gekocht, da wäre Flor de Sal zu schade. Damit verfeinern die Spanier lieber herkömmlichen Kochsalz.

Gambas mit Knoblauch und Petersilie, tb
Gambas mit Knoblauch und Petersilie, tb

Petersilie, Thymian, Rosmarin

Petersilie alias Perejil ist ein weiterer Klassiker unter den Gewürzen Spaniens. Die glatten grünen Blätter sind Grundlage vieler Saucen, vor allem für Fleisch. Auch Gambas und Tortillas würzen die Spanier damit, ebenso wie Nudelsaucen und Bratkartoffeln. Krause Petersilie haben die Spanier weniger auf dem Schirm, dafür aber eine Insel namens Isla de Perejil in der Meerenge von Gibraltar. 2002 gab es Zoff zwischen Marokko und Spanien wegen dem Felsbrocken von knapp einem halben Kilometer Durchmesser. Marokkanische Soldaten setzten sich darauf, um Flüchtlinge besser kontrollieren zu können. Die Spanier fuhren mit Kriegsschiffen vor. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt. Petersilie wächst dort übrigens kaum. Die Ziegen fressen buchstäblich alles weg, was dort grünt oder blüht.

Thymian (Tomillo) und Rosmarin (Romero) gehören auch zu den beliebten Gewürzen Spaniens. Vor allem für Wildgerichte nutzen die Köche sie, darunter für das Kaninchengericht Conejo con Romero.

Zitronen im Korb, tb
Zitronen im Korb, tb

Zitronen und Zitrusschale

Zitronen (Lemón) und ihre Schalen nutzen Spaniens Köche nicht nur für Fischgerichte und Nachtische. Auch Huhn mit Zitrone ist beliebt. Vor allem in Andalusien werden sie angebaut, und das schon seit dem 13. Jahrhundert.

Auch Lamm braucht Gewürze
Auch Lamm braucht Gewürze

Weitere Gewürze aus Spanien

Natürlich nutzt der Spanier auch Pfeffer, getrockneten Paprika, Oregano, Zimt, Anis und Muskat. Aber in Maßen. Und gar nicht gefragt ist kurioserweise Dill. Was bei uns ein typisches Fischgewürz ist, kennen viele Spanier noch nicht einmal vom Namen her: Dill heißt Eneldo.

Hier nun die wichtigsten spanischen Gewürze auf Deutsch und in der spanischen Übersetzung noch mal auf einen Blick:

Mario aus Málaga auf dem Markt, tb
Mario aus Málaga auf dem Markt, tb

Kräuter & Gewürze Spanisch Deutsch

Anis: anís

Basilikum: albahaca

Chilischote: guindilla

Curry: curry

Estragon: estragón

Fenchel: hinojo

Knoblauch: ajo

Koriander: cilantro

Kümmel: comino

Majoran: mejorana

Minze: menta

Muskat: moscatel

Petersilie: perejil

Rosmarin: romero

Safran: azafrán

Thymian: tomillo

Zimt: canela

Autor: tb, Tobias Büscher

Bewerte diese Seite

 
 
 
 
 
 
 
Bewerten
 
 
 
 
 
 
5 Bewertungen
92 %
1
5
4.6