Turrón aus Spanien
Kastilier lieben den Turrón Duro. Und natürlich auch Don Quijote aus der kastilischen Mancha

Turrón aus Spanien: Eine Art türkischer Honig

Das spanische Pendent zu unseren Weihnachtssüßigkeiten Spekulatius, Dominosteinen und Co. ist Turrón. Wer an diesen Tagen in Spanien ist, kommt an dem nougatähnichen Klassiker aus Mandeln, Honig, Eiweiß und Zucker bestehenden Spezialität nicht vorbei. Und auch sonst ist er beliebt.

von Jaana Jaber

Kurz vor den Festtagen bieten traditionelle Zuckerbäcker viele Varianten der süßen Leckerei an. Hinter der Ladentheke türmen sich blöckeweise Turrón. Für jeden ist etwas dabei: Mandel-Turrón, Turrón mit Schokolade, Kokosflocken, Pinienkernen oder mit kandierten Kirschen, Himbeeren oder tropischen Früchten. Grundsätzlich sind jedoch zwischen zwei Sorten Turrón zu unterscheiden. In Nordspanien bevorzugen Galicier und Kastilier die härtere Variante der Leckerei Turrón duro, Andalusier dagegen lieben das  weiche Turrón blando. Jeder Spanier verzehrt über einen Kilo der Spezialität in der Weihnachtszeit.

Die klassische Süßigkeit ist ein fester Bestandteil der spanischen Navidades: Die Heiligen Drei Könige bringen den Kindern vor ihrer Ankunft in Betlehem am 6. Januar Geschenke nach Hause. Zum Dank wird ein Tablet mit Turrón, drei Gläsern Wein und Stroh für die Reisenden bereitgestellt.

Obwohl der Turrón eine typische Weihnachtssüßigkeit ist, gibt es die Spezialität an 365 Tagen im Jahr an fast jeder Straßenecke in Spanien. Sogar in reinen Turrón-Fachgeschäften.

Doch wer hat es erfunden?

Diesbezüglich herrscht Uneinigkeit. Das Bergdorf Jijona und die Stadt Alicante erheben gleichzeitig den Anspruch, die Geburtsstätte und Mekka des Turróns zu sein. Wer etwas über die Geschichte des Turróns erfahren möchte, muss jedoch sehr weit in die Vergangenheit zurück schauen. Schon die alten Griechen haben eine Pastete aus Nüssen und Honig zubereitet, die ihren Sportlern bei Wettkämpfen Kraft spenden sollte.

Die erste schriftliche Erwähnung des spanischen Klassikers fand im 16. Jahrhundert in einem Protokoll der Kontrollbehörde für gebietsgeschützte Lebensmittel statt. Demnach hat der Turrón seine Wurzeln im arabischen Raum. Die Mauren brachten die Spezialität im Jahre 711 während ihrer Eroberung der Iberischen Halbinseln über das Mittelmeer nach Spanien. 1492 vertrieben die christlichen Heere die Mauren zwar aus dem Land. Der Turrón jedoch blieb und ist nicht mehr aus Spanien wegzudenken.

So wird Turrón hergestellt

Das folgende Rezept beschreibt die Herstellung der beliebten Sorte Turrón blando. Bei der Zubereitung geht es in Spanien immer sehr traditionell zu. In ein Turrón darf nur das hinein, was schon immer als Zutat verarbeitet wurde. Die vier Hauptzutaten sind stets Mandeln, Honig, Zucker und Eiweiß. Zu den modernen Variationen zählen Turrón mit Kaffebohnen oder auch Rumrosinen.

Zum Rezept



Autorin Jaana Jaber

Die Autorin

Jaana Jaber ist Online-Redakteurin. Sie hat Neuere deutsche Literatur an der Ruhr-Universität Bochum studiert und danach in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet. Neben dem Schreiben begeistert sie sich für gute Kriminalromane und Reisen.


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