18 May 2012    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Die Küche Andalusiens

 

 

Leidenschaft geht durch den Magen

 

Andalusien ist flächenmäßig zwar nur die zweitgrößte Region Spaniens, dafür aber die bevölkerungsreichste. Geschichte und Gegenwart leben hier ebenso einträchtig miteinander, wie vermeintliche Gegensätze. Vielen gilt Andalusien als Inbegriff von Temperament und Leidenschaft. Die Andalusier lieben nicht nur den Flamenco, der seine Wiege hier hat, und die edlen Pferde der in Jerez de la Frontera ansässigen Königlich-Andalusischen Hofreitschule (Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre). Ihre Leidenschaft macht auch vor der Küche nicht Halt. Sie ist so kreativ wie pragmatisch. Das oft überraschende, aber stets herrlich unprätentiöse Ergebnis kann sich schmecken lassen!

 

Mal kühl, mal exotisch

 

Die Sonne ist schuld. Und natürlich die Mauren. Aber der Reihe nach. Die andalusische Sonne kann gnadenlos sein, besonders im Sommer. Doch auch wenn es noch so heiß ist, muss man was essen. Allerdings, wer will schon bei hohen Außentemperaturen lange am heißen Herd stehen? Diese knifflige Angelegenheit haben die Andalusier genial gelöst: mit kalten Suppen. Klingt nicht verlockend? Ist es aber! Echter gazpacho andaluz (ins Original gehört übrigens immer grüne Paprika) und ajo blanco, eine feine kalte Knoblauch-Mandelsuppe, gehören zum Besten, was die Suppenküchen der Welt jemals hervorgebracht haben. Und damit sind wir auch schon bei den Mauren. Sie brachten die Mandeln nach Andalusien, die der erfrischenden weißen Köstlichkeit ajo blanco diese ganz besondere Note verleihen. Und einen sagen lassen: Mehr davon, bitte!

 

 

Künstler in der Küche

 

Einer der berühmtesten Andalusier ist Pablo Picasso, geboren in Málaga, ein Genießer in jeder Hinsicht. Sein Vater entstammte der alten und angesehenen Familie Ruiz in der Provinz Léon; seine Mutter, Doña María Picasso y Lopez, war waschechte Andalusierin mit teilweise arabischem Blut. Mit andalusischer Leidenschaft widmete der große kleine Spanier sich denn auch zeitlebens zwei Angelegenheiten: Der Kunst und den Frauen. Und genau so leidenschaftlich wie er malte, bildhauerte und liebte, kochte der Künstler auch. Bevorzugt mediterran und gern und oft für Freunde und Gäste. Vor allem aber auch für seine Kinder. Sein Sohn Claude lobte vor Jahren in einem Interview die kulinarischen Fertigkeiten seines berühmten Erzeugers mit den Worten "Den Fisch konnte er zubereiten wie sonst niemand." Andalusier sind eben auch echte Küchen-Künstler.

 

Kleinode aus Málaga

 

Málaga ist Andalusiens kleinste Provinz. Von hier kommt das Beste, was aus getrockneten Trauben werden kann: pasas de Málaga, Málaga-Rosinen. Die kleinen erlesenen Köstlichkeiten werden auch heute noch nach altem Verfahren aus Trauben der Rebsorten Moscatel de Alejandría, "Málaga-Muskateller" und "Dicker Muskateller" hergestellt. Nach der Traubenlese im August und September werden die prallen Früchtchen auf paseros, speziellen Trockenflächen, zum Trocknen ausgelegt. Hierfür sind nur andalusische Sonne und Luft erlaubt, künstliche Trockner sind absolut tabu.

 

Teil 2: Andalusische Troika, Geschmackliche Höhenflüge

Teil 3: Typisch Andalusien, Süß und gar nicht sündig

 

 

Karte zur Lage Andalusiens:

 

Kollage oben: Jerez de la Frontera © Ralf Bender

 

Bild Mitte: © Turismo y Deporte Andaluz S.A.


Karte: © Christian Beck

TIPP

 

Spaniens Regionale Kochkunst im Überblick: mehr dazu

 

Andalusien: Die Region im Überblick: mehr dazu

 

Andalusiens Rezepte im Überblick: mehr dazu

 

 

 

 

 

 

 

 

Rezepte aus Andalusien:

 

Ajo Blanco con Uvas (Kalte Knoblauch-Mandel-Suppe mit Trauben): mehr dazu

 

Croquetas de Jamón Serrano (Serrano-Schinken-Kroketten: mehr dazu

 

Alfajores Andaluces (andalusisches Gewürzgebäck) mehr dazu

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