18 May 2012    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Sherry aus Jerez de la Frontera
Sherry aus Jerez de la Frontera

Sherry aus Andalusien

 

 

Er ist blass gelb, golden oder auch rotbraun. Je nach Typ wartet er mit Aromen auf, die konträrer nicht sein können. Mal prägen ihn Zitrusnoten oder ein Hauch von Bittermandel, dann erinnert er wieder an Pflaumen oder Datteln.

 

von Silke Röder

 

Manche Finos und Manzanillas geben sich in der Nase leicht salzig, während süße Sherrys eher von Schokoladenaromen geprägt sind.

 

Bahnbrechende Entdeckung

 

Bereits vor der Zeitenwende bauen die Bewohner Westandalusiens Wein an. Die Urform des Sherrys entsteht vermutlich im 13. oder 14 Jahrhundert. Andalusische Seefahrer versetzen ihren Wein mit Weingeist und nehmen ihn in Holzfässern mit auf große Fahrt. Dadurch behält er über Monate seinen Geschmack und verwandelt sich nicht zu Essig.


Aus Jerez wird Sherry

 

Seinen internationalen Durchbruch verdankt der Sherry einem nationalen Desaster. 1587 schlägt Francis Drake die spanische Flotte bei Cádiz. Unter der Beute befinden sich 2900 Fässer mit Sherry. Sie werden nach London verschifft. Der Südwein findet schnell Anhänger – der englische Hof ist begeistert. Selbst seinen heutigen Namen verdankt das alkoholstärkste Getränk seiner Zeit  den Briten. Den ursprünglichen Namen Jerez (bzw. arabisch Xeris oder Sherish) konnten sie nicht aussprechen.

 

 

Antigua Casa de la Guardia, Málaga
Antigua Casa de la Guardia, Málaga

 

 

Sherry wird erstmals verschnitten

 

In den folgenden Jahren entwickelt sich ein reger Handel. 1625 scheitern die Briten bei einem gewaltsamen Versuch, die Stadt Cádiz einzunehmen. Im folgenden Jahrhundert lassen sich die ersten friedlichen Händler in Jerez nieder, darunter Sir James Duff, James Gordon und Thomas Osborne. Das Unternehmen Averys und Harveys wird in Bristol gegründet. Die Firmen übernehmen alte Lagerbestände und beginnen den Sherry zu verschneiden.


Entwicklung des Solera-Verfahrens


Schon bald darauf entsteht das Solera-Verfahren und sorgt für gleichbleibende Qualität des Sherrys. Das Gebiet um die Städte Jerez da la Frontera, Sanlucár de Barramede und El Puerto de Santa María in der Provinz Cádiz entwickelt sich zum „goldenen Sherry-Dreieck“.


Regeln der EU


1996 verfügt die Europäische Union: Sherry darf nur Sherry heißen, wenn es nach festgelegten traditionellen Methoden im gesetzlich geschützten Anbaugebiet hergestellt und abgefüllt wird. Damit ist ein jahrelanger Streit um die Marke Sherry endgültig beendet. Die  Alterszertifizierung Vinum Optimum Signatum/Very Old Sherry (20 Jahre Durchschnittsalter) und Vinum Optimum Rare Signatum/Very Old Rare Sherry (30 Jahre Durchschnittsalter) werden im Jahr 2000 eingeführt.


Nicht nur Aperitiv


Heute verfügt die D.O. Jerez – Xérees – Sherry y Manzilla de Sanlúcar de Barrameda über eine Rebfläche von 10.300 Hektar. Hundert Kellereien produzieren rund 55 Millionen Hektoliter Wein pro Jahr.  Sherry und Co. erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit. Er wird nicht nur pur als Aperitif getrunken, sondern ist auch unverzichtbarer Bestandteil in der Welt der Sterneköche.

 

Teil 2: Wie Sherry entsteht: mehr dazu

Teil 3: Sherry-Typen: mehr dazu

 

 

 

Weiterführende Links

 

Das Solera-Verfahren: mehr dazu

Champignons mit Sherry: zum Rezept

Cava aus Katalonien: mehr dazu

Spaniens Getränke: Öffnet internen Link im aktuellen Fenstermehr dazu

Wein aus Spanien: mehr dazu

 

 

Sherry Collection

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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