04 February 2012    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   OléSpanien KulturSpaniens FesteRapa das Bestas
Ein Galicier mit einem Wildfohlen
Wilde Fiesta für wilde Jungs

Rapa das Bestas in Galicien

 

Text und Fotos: Tobias Büscher

 

Im Hinterland von Nordwestspanien kommt es schon seit Jahrhunderten zu Wildpferde-Rodeos. Die Galicier treiben die Tiere die Hügel herunter, pferchen sie ein und mutige Jungs versuchen sich, solange wie möglich auf dem Rücken der Hengste zu halten.

 

Rapa das Bestas - die Alternative zum Stierkampf

 

Solche Rodeos sind vor allem von Mai bis Juni beliebt und die Tiere werden danach wieder in Freiheit entlassen. Es sind kleinwüchsige Caballos, die hier in Galicien in Freiheit leben, sich bei solchen Treibjagden einmal im Jahr aber gehörig erschrecken. Dafür kommen sie in der Regel mit dem Schrecken davon, denn kaum eines der Tiere landet beim Pferdemetzger, geschweige denn in der Zucht. Denn dafür sind sie anders als Andalusier nicht rassig genug. Übrigens: Die Rapa ist eine Alternative zum Stierkampf, der in Galicien so unbeliebt ist, dass es nur eine einzige Arena gibt (in Pontevedra), und die ist nicht besonders gut besucht.

 

Termine der Wildpferderodeos

 

Eine Rapa zu erleben, ist etwas für Indivialisten und Organisationstalente. Die Anfahrt zu den Rodeo-Plätzen geht oft über Holperwege, die kaum auf einer Karte vermerkt sind. Viele Galegos kommen daher mit dem eigenen Pferd. Galiciens berühmtere Rapas in der Provinz Pontevedra sind:

am 1. Juniwochenende in Mougás

Am 1. Juliwochenende in Sabucedo und A Estrada 

Sinnvoll ist, in Pontevedra vorher das Infoamt aufzusuchen und sich das genaue Programm geben zu lassen (Näheres unter www.turgalicia.es)

 

 

Kritik an der Rapa das Bestas

 

Es gibt auch Kritik an der Wildpferde-Treibjagd. Bilder im Internet zeigen marzialische Gesten junger Männer, die Hengste zu Boden ringen und den Tieren heiße Eisenstempel in das Fell brennen. Doch die meisten Galicier sehen darin alles andere als eine Tierquälerei. Und auf die Idee, die Rapas zu verbieten wie die Katalanen den Stierkampf, ist für die Regierung in Santiago de Compostela schlicht ein Tabu. Mehr dazu

 

 

 

 

Buchtipp

In dem Buch Galicien & Jakobsweg von Tobias Büscher (rechts im Bild an einem galicischen Strand) sind die Wildpferderodeos noch genauer vorgestellt. Daneben aber auch alles andere zur Kultur und zu Reisezielen, von Santiago de Compostela über Finisterre bis zum kleinsten Ort tief im Hinterland. Ein Reiseziel für Entdecker, die einmal etwas ganz anderes erleben wollen als die Playas in Mallorca und an der Costa del Sol.

 

 

Weiterführende Themen:

 

Stierkampf in Spanien. Mehr dazu

Jakobsfest in Santiago. Mehr dazu

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