08 September 2010    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   OléSpanien KulturMalerei
Prado. Foto: Turspain

Andrea Hobusch, Redakteurin von Spanien-Reisemagazin, hat eine Serie zu den Top-Gemälden im Prado begonnen. Lesen Sie als erstes Beispiel ihren Bericht zum Bild "Las Meninas" von Velázquez. Zum Service zählt: eine detaillierte Beschreibung, eine historische Einordnung, Literaturtipps und ein Link, wie Sie direkt online zum Bild kommen, um dort die brillante Auflösung des Gemäldes auf sich wirken zu lassen. Hier geht es zum Bericht über eines der berühmtesten Gemälde Spaniens: Las Meninas

 

Weitere Highlights im Prado:

Goyas Erschießung der Aufständischen

Dürers Selbstbildnis

 

Steinalt und eine echte Entdeckung: hier malten die Vorfahren der großen Künstler wie Dalí und Picasso: Altamira-Höhle ©Turespaña
Das Museum Thyssen ist das in meinen Augen sympathischste Museum von Madrid, mit Werken u.a. von Miró, Picasso ©T.Büscher

Spaniens Fels- und Wandmalerei

 
 

Vor 14 000 Jahren ließen sich die Steinzeit-Künstler vom Profil der Höhlenfelsen inspirieren und malten mit Asche und Tierblut vor allem Jagdszenen. Die berühmteste Höhle bei Santander, die Cueva de Altamira, hat 1879 ein neunjähriges Mädchen entdeckt. “Papa, Stiere”, soll María, die Tochter des Archäologen Marcelino Sanz de Sautuola, gerufen haben. Der Vater machte die rot-, ocker-, und schwarzgetönten Bilder von Hirschkühen, Bisons und Pferden publik und schon bald darauf galt die Höhle als “Sixtinische Kapelle prähistorischer Kunst”.

 

Im Schatten der Altamira

 

In ihrem Schatten liegen noch einige andere Höhlen in Kantabrien, dem Baskenland und vor allem in Asturien, wo in der Tropfsteinhöhle Cueva de Tito Bustillo am Ortsrand von Ribadesella ebenfalls Jagdtiere zu bestaunen sind. Ihr Alter datieren die Höhlenforscher sogar auf 18 000 Jahre.

 

In Nerja an der Costa del Sol haben die Forscher in einem kilometerlangen Labyrinth aus Stalaktiten und Stalagmiten ebenfalls Malereien aus der Altsteinzeit entdeckt.

Die Felsmalerei in dem andalusischen Höhlenlabyrinth Cuevas de Nerja ist im Hochsommer Kulisse für klassische Konzerte.

 

Begeistert: Fachleute und Kunsträuber

 

Nicht weniger verblüfften Fachleute, Neugierige, aber auch Kunsträuber die farbenfrohen christlichen Motive romanischer Wandmalereien aus wesentlich späterer Zeit, ob in der Krypta Panteón de los Reyes in León oder in der 1123 geweihten katalanischen Pyrenäenkirche Sant Climent in Taüll. Viele Wandtafeln sind heute Kopien, denn vor allem aus Angst vor Diebstählen sind die Originale im gut bewachten Museu d´Art de Catalunya in Barcelona ausgestellt.

 

Nachbildung von Steinzeithöhle

 

In der Nachbildung der Altamira-Höhle, nur 400 Meter von der authentischen Höhle entfernt, sind nicht nur die Steinzeit-Bilder im Maßstab 1:1 eine perfekte Kopie, sondern auch das Licht, die Geräusche und die Temperatur von 18. Grad. Altamira 2 und das angeschlossene Museum der Vorgeschichte aus reinem Naturstein erwies sich sofort nach der Eröffnung 2001 als Publikumsrenner. Denn in der echten Höhle waren aus Schutzgründen nur wenige Besucher zugelassen, Kopien gab es bislang nur in Madrid und München.
Museo Nacional y Centro de Investigación de Altamira, 2 km von Santillana de Mar südwestlich von Santander,
Tel. 942 81 80 05, tgl. 9.30-19.30 Uhr.

Im Prado: Velázquez-Fan bei der Arbeit
Miro-Bild im Thyssen-Museum

Goya: Nackte und Monster

 
 

Francisco de Goya (1764-1828) war weit mehr als ein Hofmaler. Er entwarf unter dem Einfluss des Rokoko zunächst Vorlagen für bürgerliche Teppiche und malte dann Aktszenen, wegen derer er sich vor der Inquisition verantworten musste. Es folgten die “Schrecken des Krieges” unter dem Einfluss der napoleonischen Besetzung und sodann, einsam und taub im Exil in Bordeaux, die furchterregenden “Schwarzen Gemälde”: Saturn, der seine Kinder frisst, sabbernde Hexen und erstickende Hunde.  Ein Lebenswerk wie von mehreren ganz unterschiedlichen Malern. Goya gilt als der Wegbereiter zur modernen Malerei, seine Bilder sind mehrheitlich Madrider Prado ausgestellt.

 

Regisseur Saura über Goya

 

Filmregisseur Carlos Saura (“Carmen”) über Goya während der  Dreharbeiten zum gleichnamigen Film 1999:


“Es gibt Menschen, die am Rande eines Orkans leben, denen eine fremde, geheimnisvolle Aura anhängt. Sie sind energisch, leidenschaftlich, feinfühlig. Ich versuche, seine Leidenschaften und seine Vorlieben zu zeigen, seinen Hass und seine Halluzinationen, seine Träume und seine Dämonen. Und dies in einer Welt, in der das Imaginäre gleich neben dem Alltäglichen ruht”.

 

 

Picasso, Miró, Dalí …

Fasziniert von Goya und Velázquez, wurde der Maler und Bildhauer Pablo Picasso (1881-1973) selbst zum künstlerischen Genie. Auch wenn er einige Zeit in Barcelona verbrachte, wo seine frühen Werke im Museo Picasso ausgestellt sind, lebte er doch die meiste Zeit seines Lebens im Ausland. Weltruhm erlangte er durch das anklagende Werk “Guernica”, das 1937 die Bombardierung der baskischen Stadt durch Flieger der deutschen Luftwaffe thematisiert.

 

Abstrakt und verspielt

 

Verspielter und imaginärer ging der Katalane Joan Miró (1893-1983) ans Werk, dessen farbenfrohen abstrakten Gemälde und Metallskulpturen in Barcelona in der Fundació Joan Miró ausgestellt sind. Auch zu sehen sind seine Bilder im Madrider Museo Thyssen.

Als Meister des Surrealismus – ebenfalls ein Katalane – machte sich Salvador Dalí (1904-1989) einen Namen. Seine Museen in Figueres und Cadaqués zeigen seine bizarre Traumwelt: langgezogene Elefanten auf zierlichen “Streichholz-Beinchen”, lappenartige Uhren und überdimensionale Dacheier.

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