Yo, Cayetana
Doña Cayetana hat angeblich noch nie einen Schönheitschirurgen besucht. In ihrer Autobiografie „Yo, Cayetana“ schreibt sie: „Ich nahm immer nur gute Cremes.“ Parfüm benutzt sie hingegen nie. Lange ist es her, da wollte Pablo Picasso sie nackt malen wie einst Francisco Goya ihre Vorfahrin, die 13. Herzogin von Alba (1762-1802). „Ich hätte das toll gefunden, aber mein damaliger Mann wollte das nicht“, erklärte sie.
Mein Schloss, meine Burgen, meine Kolumbus-Karte
Die entfernte Verwandte des englischen König James II. besitzt angeblich Reichtümer irgendwo zwischen 0,6 und 3,5 Milliarden. Als Großgrundbesitzerin soll sie Abermillionen an EU-Agrarsubventionen kassiert haben. Ihre Burgen, Paläste und Ländereien liegen über ganz Spanien verteilt und es heißt, sie könne quer durch das Land reisen, ohne jemals auf fremdes Terrain zu gelangen. Der Herzogin besitzt daneben auch Kunstschätze wie die Erstausgabe von "Don Quijote" und eine der Karten, mit der sich Kolumbus nach Amerika verirrte.
45 Adelstitel
Das Guinness-Buch der Rekorde führt Herzogin Alba als Rekordhalterin in Sachen Adelstiteln: es sollen 45 sein, die Nebentitel noch nicht mitgerechnet. Das verpflichtet, erklärte sie einer Reporterin, aber Probleme habe sie damit nicht. Die agile Mittachtzigerin setzt sich für Kinderbetreuung im Senegal genauso ein wie für die Armen in den Vierteln am Stadtrand von Madrid. Und selbstredend für den Stierkampf, den sie für das spanische Kulturgut schlechthin hält.
"Ich habe noch jeden gekriegt"
Die zweifache Witwe hat lange für die Hochzeit mit dem 25 Jahre jüngeren bürgerlichen Alfonso Díez-Carabantes gekämpft, der seit Oktober 2011 ihr Mann ist. Ihre Kinder sahen in dem smarten Geliebten schlicht einen Erbschleicher. „Ich weiß nicht, warum sie solche Schwierigkeiten machen", sagte die Herzogin in einem Radiointerview Anfang 2011. „Ich bin Single, er ist Single, und wir tun niemandem weh." Und überhaupt: „Das Geld bedeutet mir nicht so viel, ein leidenschaftliches Leben ist mir wichtiger.“ Außerdem habe sie schon immer eine außergewöhnliche Wirkung auf Männer gehabt: „Noch kein Mann, für den ich mich interessiert habe, konnte mir widerstehen!“ Eine Alternative zur Hochzeit sah die gläubige Katholikin ohnehin nicht: „Ich bin gegen Scheidung, gegen Abtreibung, gegen all diese Gräuel."
Juan Carlos: „Zu alt für eine Hochzeit“
Den Widerstand innerhalb ihrer Familie gegen die Hochzeit brach die willensstarke Greisin, indem sie ihre Hinterlassenschaft unter den Nachkommen aufteilte – und sich dabei das uneingeschränkte Nutzungsrecht zu Lebzeiten sicherte. Auch König Juan Carlos (73), den die Herzogin nach alter Familientradition um Einverständnis bat, hatte zunächst erhebliche Bedenken: „Für so etwas haben wir nicht mehr das richtige Alter“, soll er der 85-Jährigen zuvor ins Gewissen geredet haben.
Die Braut tanzt barfuß
Die Herzogin saß zwischenzeitlich gebrechlich im Rollstuhl, jetzt lebt sie wieder auf. Brad Pitt, erklärte sie der Klatschpresse, sei der schönste aller Schauspieler. Und in den Armen von Alfonso sei sie nun endgültig wieder aufgeblüht. Die Trauungszeremonie mit nur 40 Angehörigen (zwei der sechs Kinder blieben der Feier fern) zeigte das überdeutlich. Im Hof ihres Dueñas-Palast in Sevilla führte die betagte Braut im zartrosa Hochzeitskleid barfuß einen Sevillana-Tanz auf. Vor der Eheschließung hatte sie übrigens auf ein exklusives Privileg verzichtet: mit dem Pferd bis zum Altar der Kathedrale von Sevilla zu reiten.
Weiterführende Links
Aktuelles Bild von der Herzogin im Klatschblatt Hola
Porträt von Spaniens Prinzessin Letizia
Prinz Felipe im Porträt