Die Erfolgsära der jüngeren Vergangenheit
Der Argentinier Messi ist einer der aktuellen Stars des FC Barcelona. Als er dieses bezaubernde Tor in einem Ligaspiel gegen den FC Getafe schießt, ist er erst 19 Jahre alt. Ebenso wie Xavi, Iniesta, Puyol, Valdes, Busquets oder Krikic kommt er aus der Talentschmiede des Clubs, der La Masia. Gemeinsam mit eingekauften Weltklasse-Spielern wie Ronaldinho, Henry oder Deco haben sie die jüngste Erfolgsära des katalanischen Fußballclubs geprägt. Unter den Trainern Frank Rijkaaard und Josep „Pep“ Guardiola wurden seit 2003 insgesamt 13 Titel gewonnen:
· Spanischer Meister 2005, 2006, 2009, 2010, 2011
· Champions-League-Gewinner 2006, 2009, 2011
· Weltpokal-Sieger 2009
· Europäischer Supercup 2009
· Spanischer Superpokal 2005, 2006, 2009, 2010
· Spanischer Pokal 2009
Der grundlegende Schritt für heutige und frühere Erfolge erfolgt 1899: Ein Dutzend Männer gründen den FC Barcelona zu einer Zeit, als der Fußball noch in den Kinderschuhen steckt. Schon bald werden die ersten Titelgewinne eingefahren. Bis 1928 spielt Barça in einer katalanischen Liga, dann wird eine gemeinsame spanische Liga, die Primera Division, eingeführt.
Symbolisch gegen Diktator Franco
Der Club hat schon in seinen Anfangsjahren seine katalanische Identität als wesentliches Element der Vereinsphilosophie herausgestellt. Zur Zeit des Franco-Regimes (1939-1975) wird Barça zu einem Symbol für das Streben der Katalanen nach Unabhängigkeit, Freiheit und Demokratie. Für Schulze-Marmeling „avancierte Barça zur letzten katalanischen Institution und das Stadion zum Parlament Kataloniens“. Die katalanische Sprache ist bei Heimspielen in diesen Jahren trotz Verbots durch die Diktatur jederzeit zu hören. Ebenso sind die verbotenen katalanischen Fahnen zu sehen. Auch in der Zeit von Francos Herrschaft kann der FC Barcelona einige Erfolge und Titel sammeln, steht aber letztendlich deutlich im Schatten von Real Madrid. Der große Rivale gewinnt unter anderem fünfmal in Serie den Europapokal der Landesmeister zwischen 1956 und 1960.
Inspiration aus den Niederlanden
Nach mehreren Jahren sportlicher Dürre ist es ein Neuzugang aus den Niederlanden, der neue Inspiration nach Barcelona bringt. Johan Cruyff wechselt 1973 in die Hauptstadt Kataloniens und ist in den Folgejahren der Mittelpunkt der Mannschaft. Seine offensive Spielweise beflügelt Verein und Fans nachhaltig. Während seiner Zeit in Barcelona werden zwar nicht besonders viele Trophäen gewonnen, nichtsdestotrotz begeistert Barça vor allem wegen Cruyff. Ende der Achtziger ist es erneut der Niederländer, der den Club voranbringt und in neue Sphären führt. Diesmal kommt er als Trainer und lehrt sein Team einen ungemein attraktiven und erfolgreichen Angriffsfußball. Gekrönt wird die Ära des Trainers Cruyff durch den Sieg im Europapokal der Landesmeister 1992.
Vom UNICEF-Trikot zur Katar-Werbung
Auch heute gehört Barça zu den stärksten Mannschaften Europas, wenn nicht auf der ganzen Welt. Auch die Popularität des Vereins kennt kaum noch Grenzen. Laut einer aktuellen Studie verfügt er über knapp 58 Millionen Fans in Europa. Abseits solcher Superlative sorgt der FC Barcelona durchaus auch für Negativschlagzeilen. Erstmals in seiner Geschichte hat sich der Verein verpflichtet, ab 2011 für einen zahlenden Sponsor Werbung auf dem Trikot zu tragen (tagesspiegel zur Katar-Werbung). Bisher war nur der Unicef-Schriftzug auf der Barça-Brust zu sehen, wobei hierfür kein Geld angenommen wurde. Die durch die Trikotwerbung erschlossenen Millionen sollen den angehäuften Schuldenberg mindern. Trotzdem wird der Schritt in den Medien und auch im Verein kritisch bewertet. Aber über so einen Makel kann ein Fußballästhet hinwegsehen, solange der FC Barcelona weiterhin so zauberhaften Offensivfußball liefert, der auch in schlechten Internetvideos nichts von seinem Glanz verliert.
Weiterführende Links:
Sport + Markt Report: „Football Top 20“
Übersicht über Spaniens Fußball
Der Athletic Club Bilbao: mehr dazu
Buchrezension zur Biografie von Messi: mehr dazu
Der Autor:
Mehr zu Johannes Janßen siehe Impressum