21 May 2012    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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   OléSpanien KulturModeAmancio Ortega

Scheuer Mode-Gigant

 

Amancio Ortega ist der reichste Mann Spaniens, Gründer des Inditex-Imperiums (u.a. Zara) und so zurückhaltend, dass ihn sogar Mitarbeiter in seiner Heimatstadt A Coruña nicht erkennen.

 

von Daphne Kediri

 

Die sehr seltenen Fotos von Amancio Ortega zeigen ihn im Anzug, mit Hemd und ohne Krawatte. Er mag sie nicht, heißt es, und bevorzugt ohnehin legere Kleidung. Der 74jährige ist ein kleiner, leicht fülliger Mann mit einem freundlichen Gesicht, braunen Augen und hoher Stirn. Ganz Galicier eben. Auf der Leinwand würde er sofort als Mafiaboss mit vielen Kindern und Enkelkindern durchgehen. Seine tatsächliche Rolle: mächtigster Modezar Spaniens – und das sieht man ihm nun wirklich nicht an.

 

„25 Mrd. US-Dollar Privatvermögen“

 


Amancio Ortega wächst in der nordwestspanischen Stadt La Coruña in bürgerlichen Verhältnissen auf. Bereits mit 14 Jahren läuft er als Hemdenträger durch die Hafenstadt, produziert später Bademäntel und baut sein Imperium Schritt für Schritt auf. Mit nunmehr neun Handelsketten, darunter Zara, Massimo Dutti und Pull & Bear, generiert der nette ältere Herr im Jahr 2010 Umsätze von 10 Mrd. Euro. Sein Privatvermögen wird auf 25 Mrd. US-Dollar geschätzt. Doch anders als seine Branchenkollegen zeigt er seinen Reichtum nicht. Diesel-Chef Renzo Rosso beispielsweise lässt sich nicht nur innerhalb der Modebrache als Star feiern, stets mit viel Tamtam. Ortega dagegen geht besonders gerne unerkannt durch Zara-Läden -  und gibt sich als Kunde aus. Keine Interviews, keine Skandale. Der Mann ohne Unikarriere ist bodenständig.


Pferde und viel Engagement



Was das Heer an Journalisten und Detektiven "spektakuläres" herausgefunden hat? Ortega geht zum Pferderennen. Er engagiert sich aber auch: Seit 2001 fördert die Amancio-Ortega-Stiftung Projekte in der Wissenschaft und Kultur - ohne Gewinnabsichten. Und seine Institution Padeia hilft behinderten Kindern und Jugendlichen. Ortegas erste Frau leitet sie, mit der er einen schwerbehinderten Sohn hat.

 


Spekulationen um die Nachfolge

 

Schon eher im Rampenlicht steht Ortegas Tochter Marta (26), derzeit Azubi in Papas Firma. Wird der Big Boss ihr die Führung des Unternehmens anvertrauen? Marta ist noch jung und hat keinen Posten im Management. Doch in einem ist sie ihrem Vater schon um Längen voraus: es gibt mehrere Fotos von ihr.

 

 

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