Ralf Bender, Hessen:
Auf die Spitze wurde die regionale Sprachverwirrung im letzten Jahr bei dem Besuch von Chavez in Spanien getrieben: Statt sich gemeinsam auf Castellano zu unterhalten, wurden sieben Übersetzer aufgeboten, davon zwei zuständig für Catalan, einer für Valenciano, zwei für Baskisch, zwei für Gallego und einer - zu Sicherheit - für Englisch. Darüber haben sich selbst die Katalanen gewundert ...
dazu ein Artikel von 20minutos
Margit Kunzke, seit 25 Jahren in Valencia
Dass es in Spanien vier offizielle Sprachen gibt, ist im Prinzip nicht schlecht. Nur das was die jeweiligen Regionen daraus machen ist sehr schlecht. Den Katalanen, Valencianos, Gallegos und Basken wird die jeweilige Landessprache gewaltsam aufgezwängt. Viele wollen die Regionalsprache gar nicht lernen, müssen aber. Außerdem verstößt dieser Zwang gegen Paragraph 3 der spanischen Verfassung der besagt, daß Castellano die Staatssprache ist und daß jeder Spanier das Recht hat, Castellano zu kennen und zu lernen. Das interessiert die katalanischen, valencianischen, galicischen und baskischen Sprachfundamentalisten jedoch nicht im geringsten. Interessant ist auch, daß gerade die Politiker, die die Regionalsprache am lautesten verfechten, ihre Kinder auf (teure) Privatschulen schicken, damit sie dort Castellano, Englisch, Deutsch, Französisch und andere Fremdsprachen lernen. Die Regionalsprache steht da meist nicht auf dem Stundenplan.
Marion Sparrer, Galicien:
Richtig, auch in Galicien haben einige der härtesten politischen Verfechter der galicischen Sprache kurioserweise ihre Kinder auf Privatschulen, wo sie normales Spanisch lernen, damit sie später weltgewandter sind. Mein Sohn dagegen wird bald eingeschult, und lernt alles von Handball bis Mathematik auf galicisch. Das findet auch mein galicischer Mann zum Kopfschütteln.
Jörg Pundhöler, NRW:
Eine Regionalsprache zu erhalten ist aus der Sicht eines "Heimatschützers" absolut zu verstehen. Die Sprachenschätze gehören allerdings ins Archiv des jeweiligen Heimatmuseums und nicht auf dem Lehrplan von international besuchten Universitäten.
Nina Gorsch, derzeit Barcelona
Stimmt wirklich, hier in Barcelona redet mit mir keiner normales Spanisch. Aus Prinzip. Dafür hab ich mich gestern mit zwei richtig netten Chicas unterhalten. Aus Venezuela!