21 May 2012    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   Asturien
   Mallorca
   Galicien
   Madrid
   Valencia
 
 
   OléSpanien KulturTiere & ZoosIbérico-Schwein
Pata Negra-Schwein in Andalusien

 

 

Das Ibérico-Schwein

Gourmet mit Rüssel

 


Freien Auslauf, den mag es. Noch lieber jedoch hat es: Eicheln. Zuhause ist es in der Extremadura. Auch in Andalusien und in Portugal fühlt es sich wohl.

 

 

von Silke Röder

 

Das Markenzeichen des Ibérico-Schweins sind die schwarzen Klauen. Nach ihnen wird später sein berühmtes Endprodukt benannt: Jamón de Pata Negra. Der luftgetrocknete Premium-Schinken ist bei Feinschmeckern in aller Welt heiß begehrt. Dann liegt das Leben des kleinen Genießers jedoch schon einige Monat hinter ihm. Im Moment erfreut es sich allerdings noch bester Gesundheit …

 

 

In jeder Bar ein Klassiker: jamón ibérico

 

 


„Olivenöl auf vier Pfoten“

 

Befragt nach seinem Befinden, würde es wohl sagen: „Ich fühle mich saugut!“. Zu Recht. Es hat ein Leben, von dem normale Zuchtschweine nur träumen können. In den ersten Tagen nach seiner Geburt bleibt das kleine Schwein noch im Stall. Aber dann will es nach draußen. Es darf, ja muss es auch. Viel Bewegung ist wichtig. Nur so kann der kleine Bodybilder genügend Muskelmasse anhäufen. Im Gegensatz zu anderen Schweinearten wird sein Fett in selbiger eingelagert. Dadurch bekommt das Fleisch später den charakteristischen Schmelz. Die Fettbestandteile ähneln denen des Olivenöls. Deshalb wird das Ibérico-Schwein in Spanien liebevoll als „Olivenöl auf vier Beinen“ bezeichnet.

 

 

Korkeiche in der Extremadura

 

 

Jugend in der Dehesa

 

Über Nacht ist aus dem Schwein ein Teenager geworden. Jetzt darf es seine Umgebung erkunden und seinen Hobbys frönen: fressen, laufen, suhlen und natürlich irgendwann schlafen. Zeit für uns, seine Heimat (einmal) näher zu betrachten. Wir befinden uns in der Extremadura, einer Region im Südwesten Spaniens. Das Gebiet ist bekannt für seine Dehesas. Dabei handelt es sich um weitläufige Haine, die mit Stein- und Korkeichen bewachsen sind. Am Boden gedeihen zahlreiche Gräser und Kräuter. Kein Wunder, dass es dem Ibérico-Schwein hier gefällt. Inzwischen ist es übrigens wieder wach und frisst all die Köstlichkeiten, die es finden kann. Gut so! Denn diese Aromen prägen später den typischen Geschmack seines Fleisches. Seine Lieblingsspeise hat es zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht entdeckt. Wie auch? Es gibt sie noch nicht.

 


Montanera - 8 kg Eicheln täglich

 


Der kleine Gourmet hat Kräuter langsam satt. Der Sommer ist zu Ende – die Montanera  beginnt. Jetzt sind die Eichel reif und fallen von den Bäumen. „Kräuter und Gräser – sehr lecker soweit. Ich hatte ja keine Ahnung!“, wäre wohl der Kommentar des Ibérico-Schweins zu Beginn der Mastzeit. Da der Luxus nun mal vor dem Rüssel liegt, schlägt es ordentlich zu. Acht Kilogramm der Baumfrüchte müssen es schon sein: täglich. Was das Borstentier nicht ahnt, seine letzten Stunden haben geschlagen. Nach nur 16 Monaten hat das Schweineleben ein Ende. Jetzt wiegt es etwa 150 Kilo. Damit ist es schlachtreif. Eichelfett und –geschmack haben seinem Fleisch den Feinschliff gegeben. Jetzt wird Cerdo Ibérico, vor allem sein Schinken, für Gourmets erst richtig interessant.

 

Herstellung und Qualität des Jamón Ibérico: mehr dazu

 

 

 

Profis schneiden die Scheiben hauchdünn

 

 

Weiterführende Links

 

Spaniens beste Rezepte: mehr dazu

Die Küche der Extremadura: mehr dazu

Die Küche Andalusiens: mehr dazu

Spaniens Tiere & Zoos: mehr dazu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© www.spanien-reisemagazin.de 2012 |  Datenschutz