Buchrezension über eine Reisegeschichte für Kinder ab 8 Jahren.
von Angelika Vandervelt
Das Abenteuer beginnt als Kino im Kopf auf dem heimischen Sofa. Denn die Neugier auf Barcelona wird genau hier beim Leser geweckt. Mit „Weltreise Barcelona: Mister Pock und die blaue Echse“ führt die Autorin Dana Haralambie den Leser auf eine temporeiche Schnitzeljagd durch die Gassen und zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ortskundige Führerin ist eine Eidechse. Eine Eidechse? Genau. Und es gibt noch einige Überraschungen mehr!
Papas Sprachcomputer ...
Der Papa von Max hat nämlich einen Sprachcomputer erfunden, der Tierisch – Deutsch übersetzt. So kann sich Max auch bestens mit seinem exotischen Haustier Mr. Pock verständigen, einem Katta-Lemuren. Beide sehen sich plötzlich der Aufgabe gegenüber, zwei Tage allein in der fremden großen Stadt zurechtkommen zu müssen. Sie lernen die Eidechse Sarina kennen, eine Barcelonakennerin und Menschenfreundin. Dank des Übersetzungscomputers ist für problemlose Kommunikation bestens gesorgt!
... und die Suche nach der blauen Echse
Sarina bittet Max und Mr. Pock um Hilfe. Ihre Cousine, eine blaue Echse, sei entführt worden. Und so beginnen die drei die Suche in der labyrinthischen Altstadt Barri Gòtic, finden versteckte Hinweise und lernen – ganz nebenbei – die Innenstadt bis zum Hafen und den Strand La Barceloneta kennen. Außer zu den Sehenswürdigkeiten erklärt Sarina auch viel über die Lebensart der Katalanen und über Künstler wie Joan Miró und Antoni Gaudí. Am eigenen Leib erfährt Max, dass man beim Verzehr von Tapas manchmal mutig sein muss. Aber „in jeder noch so kleinen Echse steckt ein ganzer Drache“, weiß Sarina, die auch Tai-Chi-Meisterin ist. Immer wieder hält sie ihre beiden Schützlinge dazu an, zur Ruhe zu kommen, um die Wahrnehmung zu schärfen.
Rätsel um Sarinas Geschichte
Nicht nur Max, auch der Leser merkt, dass mit Sarinas Entführungsgeschichte etwas nicht stimmt. Denn es bleibt oft genug Zeit für Anekdoten z.B. über Floquet de Neu (den berühmten weißen Gorilla von Barcelona), eine Tai-Chi-Übung oder ein Tänzchen. Und so gibt es dann tatsächlich am Schluss doch noch ein versöhnliches Ende ohne Verbrechen. Gern glaubt man Sarina, wenn sie sagt: „Ich wollte, dass ihr Barcelona lieben lernt.“ Der Leser hält nun für seinen nächsten Besuch in Barcelona mit diesem Buch eine Echsen-Thementour in Händen, die auch Erwachsene packen wird.
Handlich und schön illustriert
Der Dix Verlag hat für eine handliche und robuste Aufmachung des Buches gesorgt. Die Schriftgröße und der Zeilenabstand sind sehr lesefreundlich. Illustriert wird die Reise von Miriam Bröllos. Meist ganzseitige, kindgerechte Schwarz-Weiss-Zeichungen begleiten den Text. Und ein Strichelpfad schlängelt sich von der ersten bis zur letzten Seite. Das ist obligatorisch auch für alle anderen in der Reihe „Weltreise …“ erschienenen Bände.
Unsere Autorin: Angelika Vendervelt arbeitet als freie Lektorin in Aachen. Zu ihrer Homepage