09 September 2010    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   OléSpanien KulturStierkampf

Trailer zum Film Matador von Pedro Almodóvar

 

 

Stierkampf

 

Für die einen ist er ein ungleiches Kräftemessen und würdelose Tierquälerei, für die anderen eine Frage choreografischer Ästhetik und faszinierenden Mutes: Der Stierkampf. Als er im 18. Jahrhundert in Ronda erstmals nach heute gültigen Regeln ausgetragen wurde, hatte er bereits seinen ersten Helden. Den jungen Pedro Romero (1754-1839) trug das frenetisch klatschende  Publikum auf Schultern aus der heute ältesten Arena Spaniens. Goya portraitierte ihn und Spanien sprach über ihn. Seine Nachfolger wie die Stierkämpfer Joselito (1895-1920) und Manolete (1917-1947) sind nicht selten vom Kuhtreiber zum Millionär aufgestiegen. Sie wurden Projektion vieler Träume. Und auch wenn spanische Jungs heute eher Plakate von Fußballstars über ihr Bett hängen, hat die Stierkampfschule in Madrid keinen Mangel an Nachwuchs. Dort lernte Julián López Escobar (geb. 1982)  zunächst an gehörnten Schubkarren, als die Konkurrenz auf dem Land sich längst an Jungbullen maß. Doch schon bald wurde aus Julián El Juli, eine Art Boris Becker des spanischen Stierkampfs. Da er laut Gesetz erst mit 16 Jahren eine Corrida bestreiten durfte, ging er vorerst nach Mexiko und triumphierte schon als 14jähriger in dortigen Arenen. Eine Traumkarriere. Mehr zur Geschichte des Stierkampfs



 

Pablo Picassos "Corrida de Toros" von 1934 hängt im Madrider Museum Thyssen. Foto: Tobias Büscher

 

 

Toreras gibt es wenige...

 

 Für viele aber bleibt der Kampf gegen den 600-Kilo-Koloss in den großen Arenen Madrids und Sevillas ein Traum. Erst recht für die wenigen begeisterten Frauen. Cristina Sanchez, die einzige erfolgreiche Stierkämpferin in der Geschichte der Corrida, zog sich Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts frustriert aus der Männerdomäne zurück. Es war den Organisatoren wichtiger Arenen einfach zu peinlich, eine Frau zu berufen.

 

Inspiration für die Künstler

 

Der Stierkampf ist Leid und Faszination. Inspiriert hat er zahlreiche Künstler, von Picasso über Bizet, Hemingway und Garcia Lorca bis Almodóvar. Feldherren wie El Cid, Pizarro oder Hernán Cortés verschufen sich bei den Soldaten Respekt durch erfolgreiche Kämpfe gegen den toro bravo, den “mutigen Stier”.
In der Stierkampfsaison (19. März-12. Oktober) treten in den Arenen an einem Nachmittag drei matadore gegen insgesamt sechs ausgesuchte Zuchtstiere an: Es sind etwa vier bis fünf Jahre alte - von den Herden völlig abgeschirmte – Tiere, penibel auf Tauglichkeit und Aggressivität geprüft.

 

Picaderos, Banderilleros und der Matador

 

Nach dem Einzug der Toreros zum Pasodoble-Marsch reizen ihn zunächst die rote Capa und die Lanzenstiche der berittenen Picadores. Banderilleros setzen darauf kleine Spieße mit Widerhaken in den Nacken des Tieres, bevor der Matador dem Stier alleine gegenübersteht und ihn nach mehreren Manövern schließlich mit möglichst einem Stich zwischen die Schulterblätter tötet.
Rot gesehen hat der toro bravo während des Kampfes aber nicht ein einziges mal. Stiere sind farbenblind. Es sind das helle Flattern und die Bewegung, die sie bis aufs Blut reizen.

 

Die Buchtipps von spanien-reisemagazin.de:

 

Links: Bilder aus der Arena in Málaga. Málaga gehört mit Ronda, Sevilla und vor allem Madrid zu den wichtigsten Schauplätzen der Corrida

 

 

 

"Matador" war 1986 in Spanien sehr erfolgreich, auch bei Gegnern der Corrida

 

 

 

 

 

Katalonien wird ab 2012 keine Stierkämpfe mehr in der Region zulassen. Mehr dazu

 

 

 

Zoff unter Toreros

2009 gab es Ärger unter den Toreros. Der Kulturminister überreichte Francisco Rivera die Goldmedaille. Die Kollegen schnaubten, Rivera sei eher ein Showtalent, und das liege in der Familie. Tatsache ist: Der Bruder von Rivera, Stierkämpfer Cayetano, ist nebenberuflich Armani-Modell!

© www.spanien-reisemagazin.de 2010 |  Datenschutz   
## Google Analytics [End] ##4trips [Begin]