Küste von Asturien in Nordspanien
Seit 2015 ist der nördliche Jakobsweg Teil der UNESCO-Welterbeliste, darunter dieser Abschnitt in Asturien, tb

Spanien in der Welterbeliste der UNESCO

Im Juli 2015 hat die UNESCO während ihrer Tagung in Bonn entschieden: Die Jakobswege Caminos de Norte gehören ab sofort zum Welterbe. Spanien bleibt damit auf Platz drei der schützenswerten Kulturgüter, hinter Italien und China.

von Tobias Büscher

Auf der Welterbeliste stehen derzeit 1027 Namen. Und 44 dieser schützenswerten Kulturstätten liegen in Spanien. Damit ist das Land auf Platz 3, dicht gefolgt von Deutschland (40).

Als jüngste spanische Kandidaten setzten sich die nordspanischen Regionen La Rioja, Kantabrien, Baskenland, Asturien und Galicien durch: mit Ihren nordspanischen Jakobswegen Caminos de Santiago del Norte Peninsular. Die teils an der Küste vorbeiführenden Routen gehören zu den ältesten Pilgerwegen und liegen oberhalb des Hauptweges Camino Francés.

Spaniens König Carlos III. als Reiterstatue auf Madrids Hauptplatz Puerta del Sol
Carlos III beschützt Madrid, die Unesco nicht, tb
Kathedrale von Santiago
Santiagos Kathedrale ist dagegen Welterbe in Spanien, tb

Herkulesturm ja, Madrid nein

Spaniens schützenswerte Kultur, so die UNESCO, zeige die ganze Vielfalt des Landes. Dazu gehören die Mondlandschaft von Spaniens höchstem Berg Teide auf Teneriffa genauso wie der Herkulesturm in A Coruña und die Minenlandschaft von Almadén in der Mancha. Auffällig an der Liste ist: Ganze neun historische Altstädte gehören dazu, darunter die von Córdoba, Cuenca und Santiago de Compostela als Pilgerziel des Jakobswegs. Doch ausgerechnet Spaniens Hauptstadt Madrid fehlt. Weder der Prado, noch die Altstadtviertel Lavapíes und Huertas scheinen bei der UNESCO anzukommen.

Und während Andalusiens Nationalpark Doñana als schützenswert gilt, ist das Vogelparadies Extremadura offenbar kein Thema. Doch vielleicht ist das auch gut so. Denn in der Regel führt die Aufnahme in die Exlusivliste zu mehr Tourismus. Und genau den braucht eine schützenswerte Natur nun wirklich nicht.

Auf einen Blick, wen die UNESCO in Spanien ausgewählt hat

Und hier sind sie, die spanischen Highlights aus Sicht der Organisation der Vereinten Nationen, angefangen von der maurischen Anlage Alhambra in Andalusien im Jahr 1984 bis zu den jüngsten Anwärtern, die es geschafft haben:

Löwenhof: Brunnen mit Löwen in der Alhambra von Granada
Löwenhof in der Alhambra von Granada, tb

Von Alhambra bis Aragón

Granadas Alhambra/Albaicín(1984/94)
Kathedrale von Burgos (1984)
Historisches Zentrum von Córdoba (1984/94)
Klosteranlage El Escorial nahe Madrid (1984)
Die Werke von Antoni Gaudí (1984, 2005)
Altstadt von Ávila (1985)
Altstadt von Santiago de Compostela (1985
Altstadt und Aquädukt von Segovia (1985)
Altamira-Höhle/Wandmalereien (1985/2008)
Oviedos Bauten/Königreich Asturien (1985/98)
Mudéjar-Architektur im Aragón (1986)

Plaza Mayor in Salamanca
Salamanca gehört zum Weltkulturerbe

Von Toledo bis Salamanca

Altstadt von Toledo (1986)
Altstadt von Cáceres (1986)
Nationalpark Garajonay (1986)
Sevillas Kathedrale, Burg, Indias-Archiv (1987)
Altstadt von Salamanca (1988)
Kloster Poblet (1991)
Archäologische Stätten von Mérida (1993)
Kloster Santa María de Guadalupe (1993)
Camino Francés (1993)
Nationalpark Doñana (1994, 2005)
Altstadt von Cuenca (1996)
Seidenbörse Lonja de la Seda, Valencia (1996)
Römerminen Las Médulas (1997)

Hippy-Läden und weißgetünchte Häuser auf dem Altstadthügel von Ibiza-Stadt
Ibizas Hauptstadt Eivissa, tb

Von Suso bis Vall de Boí

Klöster San Millán de Yuso und Suso (1997)
Palau de la Música Catalana/
Sant Pau-Krankenhaus in Barcelona (1997)
Pyrenäen/Berg Monte Perdido (1997, 1999)
Steinzeitmalereien in Ostspanien (1998)
Steinzeitbilder in Valle del Côa/
Siega Verde
(1998, 2010)
Uni und Zentrum von Alcalá de Henares (1998)
Ibiza, Natur und Kultur (1999)
San Cristóbal de La Laguna, Teneriffa (1999)
Archäologische Stätten von Tarragona (2000)
Kirchen von Vall del Boí, Pyrenäen (2000)

Mann auf dem Teide, Spaniens höchstem Berg auf Teneriffa
Nationalpark Teide auf Teneriffa, tb

Von Lugo bis Almadén

Römermauer von Lugo (2000)
Palmenhain Palmeral de Elche (2000)
Archäologische Stätten von Atapuerca (2000)
Kultur von Aranjuez (2001)
Renaissance-Häuser von Úbeda/Baeza (2003)
Bilbaos Brücke Puente de Vizcaya (2006)
Nationalpark Teide (2007)
Torre de Hércules in A Coruña (2009)
Serra de Tramuntana auf Mallorca (2011)
Minen von Almadén, Kastilien (2012)
Caminos del Norte (2015)


Weiterführende Links

Weltkulturerbe-Kandidat Prado

Spanien hat drei neue UNESCO-Reservate