Cristina García Rodero (Óscar L. Tejeda) www.oscarltejeda.com
Cristina García Rodero (Óscar L. Tejeda)

 

 

 

Fotografin mystischer Rituale

Cristina García Rodero im Porträt

Ihre einfühlsamen Porträts spanischer Rituale auf dem Land sind weltberühmt. Für Magnum-Mitglied Cristina García Rodero ist Fotografie Leben und Leben Magie. Zu ihren Bildern siehe auch youtube unten.

 

von Ilona Kolar

 

Im schicken Abendkleid steht Cristina García Rodero vor den geladenen Gästen und wiederholt freudestrahlend: “Ich danke Ihnen sehr für Ihr Kommen!“ Es ist die Eröffnung einer Ihrer zahlreichen Ausstellungen. Die bescheidene Frau hat Spaniens Fotografie geprägt wie keine andere. Nicht immer allerdings ist sie so schick gekleidet. In legeren Hosen und T-Shirt geht die 63jährige Dame zu Festivals und traditionellen Fiestas und mischt sich mit mindestens zwei Fotoapparaten unter das Volk.

España Oculta

García Roderos berufliche Vita liest sich wie das Guinness Buch der Rekorde. Ihre Fotos zeigen die renommiertesten Museen Europas und Amerikas. Sie bringt es bereits auf rund 100 Ausstellungen, davon knapp die Hälfte Einzellausstellungen. Seit Beginn ihrer Karriere räumt sie Preise ab wie den deutschen Dr. Erich Salomon Preis (1990), den W. Eugene Smith Award (1989) von New York und den spanischen Premio Nacional de Fotografía (1996). Mehrfach war sie Gewinnerin des World Press Photos und 1993 Siegerin in der Kategorie Kunst. Mit ihrem Bildband España Oculta erhielt die Fotografin 1989 den begehrten Buchpreis „Book oft the Year Award“ des Fotofestivals von Arles.

 

 

Fotos als Dokumente spanischer Rituale

Cristina García Rodero ist ein urspanischer Name und sie stammt aus einem urkastilischen Kaff namens Puertollano in der kastilischen Mancha. Mitte der 80er Jahre fiel sie erstmals durch ästhetisch einzigartige Aufnahmen kultureller Feste und Rituale in spanischen Dörfern auf. „Ich habe versucht, die geheimnisvolle Seele Spaniens mit all ihrer Leidenschaft zu fotografieren“, betont sie immer wieder. Die Fotos sind voller Magie, faszinieren durch Intimität und unglaubliche Nähe – besonders schön natürlich in schwarzweiß.



Mystik und Voodoo

 

Die Spanierin fotografierte außer in Spanien u.a. auch in Haiti, Venezuela und Äthiopien. Zu jedem Bild gibt es eine Geschichte. So erzählt sie: “Dieses Kind war krank. Der Mann mit dem Messer wollte ihm das Böse austreiben.“ Zu einem anderen Bild: „Dies ist ein Schamane, der sich in Trance versetzt.“ Sie fotografiert mit Respekt und Leidenschaft, achtet die Menschen und ihre Traditionen: „Das venezolanische Volk hat mir so viel gegeben und ich kann nur meine Fotos anbieten.“


Erste spanische Magnum-Fotografin


Cristina García Rodero durfte als erste spanische Fotografin der legendären Agentur Magnum beitreten (2005, seit 2009 als Vollmitglied).  Mit 19 studiert sie zunächst vier Jahre Malerei an der Uni von Madrid bevor sie ein Stipendium für ein Fotografie-Projekt bekommt. In der Folge veröffentlicht sie einen Bildband nach dem anderen, dreht 850 Dokumentarfilme und wird von 1983 bis 2007 Professorin für Fotografie in Madrid. International stellt sie ihre Werke u.a. im Getty Museum (Santa Monica), Center of Creative Photography (Rochester) und im Reina Sofía im Kulturdreieck von Madrid aus.



2012/2013: Fotos im Guggenheim

 

Inzwischen lebt die Fotografin in der spanischen Hauptstadt und startet von dort aus immer neue Projekte. Ihr jüngstes heißt: Entre el cielo y la tierra, Zwischen Himmel und Erde, zu sehen vom 25. Sept. 2012 bis zum 13. Jan. 2013 im Museum Guggenheim in Bilbao. 100 Fotografien zumeist aus den letzten 20 Jahren bieten einen guten Einblick in die vielfältige Arbeit der inzwischen legendären Fotografin.

 


Bilder von Cristina García Romero

 

bei Magnum

 

Porträt der Fotografin:

 

Fotos von Óscar L. Tejeda (Bild oben)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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