Zentrum von Madrid, Foto Tobias Büscher
Madrids Puerta del Sol, das Sonnentor, ist der zentralste Platz der spanischen Hauptstadt, tb

4.06.2015

Madrid an einem Wochenende? ¡Claro que sí!

Städtereisen liegen im Trend. Eigentlich sollten sie Städte-Kurztrips heißen, denn viel mehr Zeit als ein langes Wochenende nehmen sich die Besucher heute kaum noch. Der Grund: Billigairlines fliegen zu Wahnsinnspreisen fast überall hin. Und wer zusätzlich Geld sparen möchte, verstaut alles Notwendige für ein Wochenende auch ins Handgepäck.

Auch die Besucher von Madrid haben oft nur wenig Zeit im Gepäck, wollen aber trotzdem viel von der Stadt sehen. Manche Touristen haben sich mit Reiseführern ausgestattet, den Kurztrip von Anfang bis Ende stringent durchgeplant, für Überraschendes ist da kein Platz. Andere wiederum planen nur grob und lassen sich von der neuen Umgebung inspirieren.

Auf langen Wegen Madrids Zentrum erkunden

Nach der Ankunft sieht man als Erstes den Flughafen Barajas, der zugegeben nicht aufregender ist als andere Flughäfen in der Welt. Nachdem das Ticket gelöst ist, geht es mit der U-Bahn zum Hotel. Für einen Wochenendtrip ist es idealerweise im Zentrum gelegen, nicht in Zentrumsnähe. Besonders gut gelegen und nahe an den bekannten Sehenswürdigkeiten liegen die Unterkünfte rund um  Gran Vía, Paseo del Prado, den Bahnhof Atocha und den Königspalast. Noch zentraler ginge es nur noch, könnte man in einem Zelt auf der berühmten Puerta del Sol übernachten.

Madrid ist für seine ausgezeichneten Museen weltberühmt. Die Sammlungen des Pradomuseums und des Museum Reína Sofía sind einen Besuch wert. Zu sehen sind im Prado Werke berühmter Maler wie Goya, Velázquez und El Greco, um nur drei der vielen bekannten Künstler zu nennen. Im Reina Sofía hängt unter anderem das berühmte Bild Guernica von Picasso. Der Besuch der Museen dauert etwas, da beide sehr weitläufig sind. Ganz in der Nähe befindet sich der Bahnhof Atocha. Seine ursprüngliche Eingangshalle ist ein gelungenes Beispiel der spanischen Eisenarchitektur. Heute fragen sich Besucher beim Betreten, ob sie wirklich in einem Bahnhof sind und nicht etwa im Tropenhaus. Unter Palmen befinden sich, wo früher Züge rollten, kleine Teiche mit Schildkröten und Fischen. Diverse Cafés laden zum Ausruhen ein.

Sightseeing im Zentrum von Madrid
Auf Erkundungstour statt Siesta: Paar in der Mittagshitze von Madrid, tb

Auf der Schaubühne der Plaza Mayor

Nach dem Café ist wieder etwas Beinarbeit gefragt. Es geht die Calle Atocha hinauf bis zur Plaza Mayor, die definitiv zu den Sehenswürdigkeiten gehört, die kein Madridbesucher verpasst haben sollte. Alternativ zum Fußweg fährt von Atocha aus die Metro der Linie 1 bis Sol, von wo es nur noch fünf Gehminuten bis zur Plaza Mayor sind. Das ist kürzer und je nach Temperatur sicherlich auch weniger anstrengend. Von Sol aus geht es die Calle Mayor entlang und durch einen der großen Torbögen auf den Plaza Mayor, der in seiner Geschichte nicht nur verschiedene Namen trug, sondern auch unterschiedlichen Zwecken diente. Dass hier einst ein Markt abgehalten und die umliegenden Bauten verschiedenen Handwerken gewidmet waren, ist noch heute zu erkennen. Kaum hat man den Platz betreten, steht der Mund auch schon offen.

Die Plaza Mayor wirkt prächtig, aber auch mächtig überladen und ist oft sehr überfüllt. Touristen wandeln in den Säulengängen und betrachten die Souvenirs in den Schaufenstern oder die Speisekarten der ansässigen Restaurants. Mitten auf dem Platz lässt man sich vor dem Reiterstandbild Phillip III. fotografieren und gibt der Kamera noch mal einen Schwenk, um noch einen Schnappschuss der Casa de la Panadería, des Arco de Cuchilleros und den umliegenden Platz zu knipsen.

Spanischer Kellner balanciert Churros con Chocolate
Churros in der Chocolatería San Ginés in Madrid, tb

Noch mehr Sehenswürdigkeiten und schöne Fotomotive

Wer nach einem anstrengenden Tag noch ein Fünkchen mehr Spanien erleben will, sollte sich einen Besuch der unweit des Plaza Mayor gelegenen Chocolatería San Gines nicht entgehen lassen. Hier stellt man sich in einer Reihe mit vielen berühmten Persönlichkeiten an der Kasse an und löst ein Ticket für eine Handvoll Churros, die anschließend in flüssige, dunkle und so richtig köstliche Schokolade getunkt werden. Man macht es wie die Spanier und sitzt gemütlich bei einer Tasse Schokolade mit Fettgebäck und plaudert über den Tag. Nur nicht schlingen!

Am nächsten Tag warten weitere schöne Highlights in Madrid. Hierzu gehört nicht nur der Königspalast und die diesem vorgelagerte Plaza Oriente. Folgt man der Calle Bailén, die genau dazwischen verläuft, gelangt man zum Tempel von Debod, der nicht nur irgendwie altägyptisch aussieht, sondern genau das auch ist. Er ist ein Geschenk Ägyptens, das zum Dank für die Verlegung Abu Simbels im Zuge des Baus des Assuan-Staudamms den Spaniern gemacht wurde. Heute ist der Tempel ein beliebtes Fotomotiv, besonders zur berühmten blauen Stunde und nachts, wenn seine Reize ausgeleuchtet werden. Vom Tempel aus geht es zu Fuß über die Plaza de España zur Gran Vía, deren Bebauung mit ihren Art Deco-Fassaden ohne Zweifel an die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts erinnert. Darüber hinaus sind hier viele große Marken mit Shops vertreten, die das Herz von Shop-a-holics höher schlagen lassen.

Vor dem Königspalast in Madrid, tb
Vor dem Königspalast in Madrid. Der Palacio dient repräsentativen Zwecken, Felipe wohnt im Pardo östlich der Stadt, tb

Ausspannen im Retiro-Park

Von der Gran Vía ist es ein Spaziergang über die Calle de Alcalá zur Plaza de Cibeles und den daran angrenzenden Palacio de Communicaciones. Auf diesem prangt zwar mit großen Lettern das spanische Wort für Post (Correo), Briefmarken gibt es hier allerdings nur noch an zwei Schaltern, dafür aber das Kulturzentrum CentroCentro. Brunnen und Palast sind ein interessantes Fotomotiv. Der Calle de Alcalá folgend gelangt man zur inmitten eines großen Kreisverkehrs thronenden Puerta de Alcalá, die ebenfalls sehr sehenswert und schon oft abgelichtet worden ist.

Von der Puerta de Alcalá an erstreckt sich der große Parque de Retiro, die grüne Lunge Madrids. Hier kann man auf verschlungenen Pfaden wandeln und ein kleiner See lädt zum Paddeln ein. Besucher sollten es sich nicht entgehen lassen, am Palacia de Velázquez und beim Palacio de Cristal vorbeizuschauen. Hier kann man den zweiten Tag ausklingen lassen. Der Paseo Uruguay führt aus dem Park in Richtung Atocha, von wo aus man einen Zug zurück ins Zentrum nehmen und dort zu Abend essen kann.

Taverne Antonio Sánchez in Madrid
Taverne Antonio Sánchez am Rastro in Madrid

Am letzten Tag: Ein Besuch auf dem Rastro

Sonntag ist Abreisetag und man ist der Sehenswürdigkeiten etwas müde geworden, genauso, wie die Fußsohlen vom heißen Pflaster Madrids brennen. Aber ausruhen kann sich, wer im Flugzeug gen Heimat sitzt. Vorher sollte man noch den Rastro gesehen haben. Flohmärkte sind zwar nicht jedermanns Sache, wer allerdings in den unzähligen Souvenirshops der Stadt noch nicht fündig geworden ist, der kann genau hier etwas Außergewöhnliches entdecken, sofern man es schafft, sich zu einem der Stande hin zu kämpfen. Zwischen 9 Uhr am Morgen und 15 Uhr am Nachmittag wird es zwischen den beiden Metrostationen Tirso de Molina (Linie 1) und Puerta de Toledo (Line 5) gerammelt voll. Es bewegen sich zwei Menschenschlangen die Straßen hinauf und hinab, zwei unterschiedliche Richtungen, nebeneinander. Man ist an einem interessanten Stand vorbeigekommen? Dann heißt es die Spur wechseln und in der entgegengesetzten Richtung, sich zurückschieben zu lassen.

Doch Obacht: Menschenmassen sind ein Fest für Taschendiebe. Besonders auf dem Rastro gilt daher: Handtasche vor den Bauch, Hände auf dem Reißverschluss. Sicher ist sicher. Wer auf so viele Menschen und das damit einhergehende dichte Gedrängel keine Lust hat, der sollte sich schon morgens um 9 Uhr in der Gegend des Rastro einfinden.

Zu welcher Zeit kann man die günstigsten Flüge buchen?

Damit die Städtereise in Spaniens Hauptstadt ein Schnäppchen bleibt, ist es eine gute Idee, etwa 3 Monate vorher nach Flügen Ausschau zu halten. Reiseanbieter haben zudem des Öfteren günstige Komplettpakete im Angebot. Die sollte man sich nicht entgehen lassen. Das Einzige, was man nun noch wissen muss, ist, wann man endlich Madrid besuchen will.



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