Córdoba hat eine lange Geschichte. Und eine Gegenwart, die bei einem Besuch begeistert.
Text: Tobias Büscher. Fotos: Petra Sparrer
Córdoba - eine Weltstadt damals
Vor 1000 Jahren war sie das “Mekka des Westens” und die große Konkurrentin der Weltstadt Bagdad. Eine halbe Mio. Menschen lebten in 200 000 Häusern und Palästen. Es gab 500 Moscheen und mehr als 12 000 Handwerker für Stoffe, Leder, Keramik und Metalle. Streitigkeiten innerhalb der Omaijaden-Dynastie und schließlich ihre Einnahme durch christliche Truppen 1236 beendeten die Blütezeit aber jäh. Fast alle Moscheen, Karawansereien, und Bibliotheken wurden geschleift und später mitten in die filigranen 1409 Säulen der großen Mezquita eine Kathedrale gebaut. Ein Jahrtausend später ist die Einwohnerzahl am Río Guadalquivir zwar auf 300 000 Einwohner geschrumpft, doch lebendig ist sie geblieben, mögen auch ihre Bewohner als wesentlich zurückhaltender gelten als die Sevillas und Granadas. Vor allem, wenn sich Córdoba zur großen Feria im Mai herausputzt, ist davon aber wahrlich nichts zu merken.
Highlights in Córdoba:
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: die arabische Festung (Alcázar), die Moschee (Mezquita), das alte Judenviertel (Judería), der Festungsturm Torre de Calahorra. Die Hauptstation für die Stadtbusse liegt an der Pl. Tendillas.
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Mezquita und Judería
Die Hallenmoschee erhält ihren unverwechselbaren Zauber aus Licht und Schatten durch den Säulenwald von 19 Längs- und 36 Querschiffen. Die reich verzierte, nach Mekka ausgerichteten Gebetsnische (mihrab) und der Orangenhof (Patio de los Naranjos) für die rituellen Waschungen gehören zu den architektonischen Höhepunkten. Im 16. Jh. ordneten die Kirchenoberen an, in der 174 mal 143 Meter großen Anlage eine Kathedrale zu bauen und das Minarett in einen Kirchenturm umzufunktionieren. Wer die 267 Stufen hinaufgeht, wird mit einer grandiosen Sicht auf Córdoba belohnt, vor allem auf die umliegende Judería. Geranien, Margeriten und Gummibäume zieren die zahllosen Innenhöfe des einstigen Judenviertels, wo sich im 12. Jh der maurische Physiker und Philosoph Averroës mit seinem jüdischen Kollegen Moses Maimónides zum Gedankenaustausch trafen.
Córdobas Synagogen
In den verwinkelten Gassen stößt man auf eine der drei noch erhaltenen Synagogen Spaniens (die beiden anderen sind in Toledo). Die *Synagoge zieren hebräische Psalmverse und Stuckelemente.Ein paar Schritte weiter liegt das Stierkampfmuseum Museo Taurino (Pl. de Maimónides), in dem Erinnerungen an Córdobas berühmte Toreros ausgestellt sind. Weitere SehenswürdigkeitenIm Süden der Mezquita erinnert die 223 Meter lange Römerbrücke Puente Romano über dem Guadalquivir daran, dass schon das römische Corduba eine beachtliche Größe hatte. 4.v. Chr ist hier Seneca zur Welt gekommen, der spätere Philosoph (Stoismus, “stoische Ruhe”) und Erzieher Kaiser Neros. Westlich am Altstadtrand koordinierten die Katholischen Könige von der einst maurischen Alcazár-Festung aus die Entscheidungsschlacht gegen das nasridische Granada. Jahrzehnte später (1486) empfing Isabella in den Gemäuern einen Mann, der ihr auch persönlich höchst sympathisch gewesen sein soll: Kolumbus. Auf der anderen Seite der Römerbrücke ist im einst maurischen Festungsturm *Torre de la Calahorra das Museo del Al Andalus eingerichtet (Mai-Sept tgl. 10-14, 16.30-20.30, sonst 10-18 Uhr). Hier erfährt man in der gewünschten Sprache viel über Kunst und Wissenschaft des maurischen Spanien.
Infos zu Führungen durch Córdoba auf den Spuren Senecas
Der die Frauen malte
Julio Romero de Torres (1874-1930) hat vor allem die schönen Frauen seiner Stadt Córdoba portraitiert. Mit Bildern von Zigeunerinnen wurde er so populär, dass es unter hochgestellten Damen bald zum guten Ton gehörte, ebenfalls portraitiert zu werden. Das Aktbild “El Pecado” (die Sünde) gehört zu seinen berühmtesten Gemälden. Auch die schwarze Sängerin Josephine Baker stand ihm Modell. Das nach dem Maler benannte Museum (So nachm. geschl.) liegt an der Plaza del Potro mit dem schmucken Fohlenbrunnen