Die berühmteste Stadt Andalusiens ist Schauplatz von Flamencobühnen, maurischer Kunst und Lebensfreude
Alhambra, die “rote Festung”
Der Alhambra-Palast symbolisiert die verfeinerte Lebensart der Nasriden-Dynastie. Innerhalb der 2200 m langen Mauer der “roten Festung” (arab. kalat-al-Hamra) liegt die Burg **Alcazaba (11.-13.- Jh.) als ältester Teil der Anlage, östlich davon die **Gereralife (14. Jh.) als Sommerresidenz der Nasriden mit ihren labyrinthartigen Parkanlagen.
Die Alhambra war eine Stadt in sich, mit paradiesischen Gärten, Innenhöfen, Bädern, Wasserreservoirs, Werkstätten, Getreidesilos und Stallungen. Nach der Eroberung durch die Katholischen Könige entstand 1526 mitten im Gelände der *Renaissancepalast Karls V, eine zu Stein gewordene Siegerpose im bewussten Kontrast zu der filigranen maurischen Architektur (im Innern ist Keramik- und Kachelkunst ausgestellt).
Die maurische Anlage ist eine Augenweide, überreich an Holzschnitzarbeiten, Stuckdekorationen, glasierten Kacheln und farbigen Wandfliesen. Besonders schön ist der **Myrtenhof (Patio de los Arrayanes) als einstiger Mittelpunkt höfischen Lebens, der hoch aufragende **Botschaftersaal (Sala de los Embajadores), der mit einer facettenreichen Kuppel überwölbte **Saal der zwei Schwestern (Sala de las dos Hermanas), und allem voran der säulenumrankte, elegante **Löwenhof (Patio de los Leones) mit den zwölf wasserspeienden Raubtieren.
Einen besonders schönen Blick auf die gesamte Alhambra eröffnet sich von der Plaza de San Nicolás im verwinkelten, ältesten Stadtviertel *Albaicín.
Königsgräber
Das Königspaar Ferdinand II und Isabella I ließ nach der Eroberung im Stadtzentrum eine Kathedrale bauen und richteten nebenan ihr spätgotisches Mausoleum ein. Die reich dekorierte *Capilla Real (1521) beherbergt neben dem Katholischen Königen auch die Marmorgrabmäler ihrer Tochter Johanna (“der Wahnsinnigen”) und des Ehemanns Philipp (“dem Schönen”). RestaurantMirador de Morayma, Pianista García Carillo, #t# 958 22 82 90. Im Herzen des Albaicín-Viertels, romantische Terrasse mit Alhambra-Blick.
Shopping in Granada
Ein Bummel lohnt sich durch den Souvenirbazar Alcaicería, dem einstigen orientalischen Seidenmarkt. Heute finden Sie dort alles von der handbemalten Keramiktasse bis zum Flamencokleid. In vielen Souvenirshops liegen Washington Irvings romantische “Erzählungen von der Alhambra” (auch auf deutsch) aus.
Rund um Granada: Alpujarras und Jaén
Die gebirgigen Alpujarras, das einstige Rückzugsgebiet maurischer Flüchtlinge, zählen zu den landschaftlichen Schönheiten Spaniens. Sie liegen zwischen den Skipisten der Sierra Nevada und der Mittelmeerküste. Oberhalb des Kurorts Lanjarón kleben kleine weiße Bauerndörfer aus verschachtelten, schiefergedeckten Tonhäusern, u.a. Pampaneira, Capileira und – in 1476 m Höhe – Trevélez (einfache Pensionen). Dort können Besucher den berühmten luftgetrockneten Schinken probieren, und natürlich auch kaufen. Sportangebote wie Wandern und Reiten bereichern das Gebiet, das in der Nebensaison weit weniger Gäste hat. Achten Sie aber auf die Schneeverhältnisse. Die kurvige Straße zwischen Pampaneira und Granada ist die höchste Europas!
Jaén - das unbekannte Andalusien
87 km nördlich von Granada liegt die Stadt Jaén, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, mitten von Olivenbäumen. Im Nordosten sind Baeza und das noch lebhaftere Úbeda von beigefarbenen Renaissancepalästen geradezu übersät: Bei einem Spaziergang durch die Orte fallen zahlreiche wappengeschmückte Häuser auf, in denen sich wohlhabende Adelsfamilien nach der Reconquista einrichteten. Mehr dazu