21 May 2012    
 
 
   Madrid
   Barcelona
   Avila
   Bilbao
   Burgos
   Cáceres
   Girona
   Granada
   Málaga
   Mérida
   Pamplona
   Salamanca
   Santander
   Santiago
   Segovia
   Sevilla
   Tarragona
   Toledo
   València
   Viveiro
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   OléReisezieleSpaniens StädtePamplona

Pamplona ohne Stierhatz

 


Sanfermines, Hemingway und für viele irrtümlicherweise eine baskische Stadt. Pamplona ist mit Klischees behaftet, doch im Kern eine wunderbare spanische Metropole.

 


Pamplona ist die Hauptstadt Navarras und heißt im dortigen Dialekt Iruña, auf baskisch Iruñea. Sie liegt am Jakobsweg südlich der Pyrenäen und ist ein heißes Pflaster während der San Fermines. Die Stierhatz im Juli lockt alljährlich Besoffene, Aficionados, Kamerateams und Anarchos, die Preise für die Unterkünfte steigen dann fast bis zum Jupiter und nichts geht mehr vor lauter Rummel, Rauch und Rausch.


Altstadtgassen, Mosaike & Opus Dei



Die Hauptstadt der autonomen Region Navarra liegt auf einem 450 m hohen Plateau und ist nur vom 7.-14. Juli bei den San Fermines viel zu gut besucht. Ansonsten wirkt sie fast provinziell und hat einen relativ verkehrsberuhigten Altstadtkern am linken Ufer des Río Arga. In Spanien selbst steht Pamplona aber noch für etwas ganz anderes: Hier gründete im Jahr 1928 Josémaría Escrivá de Balaguer (1902-75, 2002 heilig gesprochen) den Opus Dei, eine bis auf die Knochen erzkonservative, strenge Organisation, die neben der Uni der Stadt auch die Stadtverwaltung bestens unter Kontrolle haben soll.

 

 

Stierkampf-Karrikatur in Pamplona
Pamplona kommt auch ohne Stierkampf aus

 

 

Rundgang durch Pamplonas Zentrum


Dreh und Angelpunkt Pamplonas ist die arkadengesäumte Plaza del Castillo mit ihren Terrassencafés, dem verspiegelten Café Iruña und Ernest Hemingways Stammhotel La Perla. Vom Café beobachtete der Schriftsteller gern, wie Navarras Schönheiten um den Musikpavillon flanierten. Der bärtige Amerikaner, heißt es, habe mit Piropos (leicht anzüglichen Komplimenten) damals nur so um sich geworfen.
Ganz in der Nähe liegt die Kirche San Nicolás (13.Jh.) mit ihrem robustem Wehrturm sowie nördlich der Plaza die vielen Kneipen und Tavernen der Stadt. Berühmt ist das Museo de Navarra in einem ehemaligen Krankenhaus mit einige römische Mosaiken, einem arabischen Schmuckkasten aus Elfenbein, gotischer Kirchenmalerei, romanischen Figurenkapitelle der 1390 eingestürzten Kathedrale und dem Bildnis des Marqués de San Adrián von Francisco de Goya.

Alabaster, Pfauen und Terrassen


Nach wenigen Minuten erreicht man die dreischiffige gotische Kathedrale, deren klassizistische Fassade im 18. Jh. von Ventura Rodríguez entworfen wurde, ein schlichter Bau und eine navarresische Version der Gotik. Vor dem Hochaltar zeigt der große Alabaster-Sarkophag ein Königspaar und sagenhaften 30 Trauergästen, zu denen zwei Bischöfe gehören.
Von der Stadtmauer (muralla) blickt man auf den Río Arga und kann an ihr entlang zur Stierkampfarena spazieren, vor der Ernest Hemingway als Denkmal steht. Einige Bewohner würden es am liebsten abreißen - und die Stadtbelagerung im Juli gleich auch abschaffen. Aber wie gesagt, außerhalb der Sanfermines ist Pamplona eine ruhige Metropole. Das beweist auch der schöne Parque de la Taconera mit Resten der Befestigungsmauer, einem Gehege mit Hirschen und Pfauen und einem schattigen Terrassencafé.

 

Weiterführende Links

 

Der Jakobsweg: mehr dazu

Das Baskenland: mehr dazu

Spaniens regionale Kochkunst: mehr dazu

Spaniens Städte: mehr dazu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tipp

 

Aktueller Reiseführer (DuMont) mit ausführlichem Kapitel zu Pamplona:

 

 

 

 

 

 

© www.spanien-reisemagazin.de 2012 |  Datenschutz