Buch 1 und die Folgen

Tobias Büscher ist Journalist, Dozent, Buchautor und Kolumnist der spanischen Zeitschrift Grada. Als Leiter von Spanien-Reisemagazin erinnert er sich hier, wie alles begann: mit Schreibfehlern, viel Uhu und einer pikanten Verwechslung:

Ups, da war ich plötzlich da, kennen Eltern ja. Und dann? Naja, erstmal nichts Besonderes. Mit sieben Jahren hab ich mein erstes Buch veröffentlicht, bestand hauptsächlich aus Bildern von Don Quijote mit der Lanze, und hatte eine Auflage von einem Exemplar, zusammengeklebt mit Uhu. Und weil der Don Quijote so nach Schotte klang, hab ich gedacht, der ist Schotte und hab dann die Windmühlen und die Rosinante und Sancho Panza und so auch gleich nach Schottland verlegt. Und wahrscheinlich auch nicht mehr Schreibfehler gemacht, als meine Lektoren heute so beklagen. Aber damals hatte ich zum Glück keinen Lektor, das war eine richtig schöne Zeit, so richtig unbeschwert. Erste Berufsträume? Klar, Baggerfahrer, was ganz Großes, aber dann hab ich eine Schülerzeitung gegründet mit dem sagenhaften Titel „Teeblatt“. Wow, scharf oder?

Und dann wollte ich Journalist werden, bin aber gleich mal durch mehrere Aufnahmeprüfungen geflogen, in Hamburg, München und so. Dann Zivilidienst bei Schwester Hannelore und Magisterstudium in dieser hessischen Metropole … Gießen. Das fand ich so toll da, dass ich mich in Madrid angemeldet hab an der Uni, und dann hab ich Teresa kennen gelernt. Aber das lassen wir jetzt mal, jedenfalls ist die heute bei der UNO in Genf und ich hab ein kleines Redaktionsbüro in Köln Nippes ganz in der Nähe vom Stadtviertel Bilderstöckchen. OléSchreiben musste ich auch noch lernen, das hat mir die Gießener Allgemeine beigebracht, und dann der FAZ-Auslandskorrespondent Walter Haubrich in Madrid. So ein Typ mit der Stirn ganz vorne und den Augen irgendwo da hinten, und der schrieb seine Artikel nicht, der dozierte die durchs Telefon nach Frankfurt: „Gonzaaaaalez, in der politischen Arena ist er ein Urtier, dieser Gonzaaaaaaaaaaaaalez …!"

Das fand ich toll, wie der so Gonzaaaaaalez brüllte, und dann hab ich auch was mit Madrid machen wollen. Schon war, fast 20 Jahre später, mein nächstes Buch fällig. Mit etwas mehr Auflage als Don Quijote. "Madrid" heißt es, ein Reisebuch. Das ist heute noch auf dem Markt, aber nicht so richtig der Renner, weil Madrid ja kein Meer hat, kein Ballermann und keine Ibiza-Discos. In der Zeit hab ich schon gewusst, dass Don Quijote gar kein Schotte ist, bin dann nach Galicien (zum Interview) für das nächste meiner Bücher und nach Teneriffa auf den Teide für eine Reportage, in Barcelona in die Cava-Bars, nach Menorca zur Fiesta de San Juan und nach Málaga auf die Feria... und dann war irgendwann klar: ich mach diese Webseite hier. Viel Spaß damit!

Ihr Tobias Büscher

PS: Pressefreiheit contra Privatsphäre. Der unglaubliche Rechtstreit zwischen mir und Komikerin Carolin Kebekus wegen eines Porträts über sie. Das Verfahren war sogar Thema in der Bild und im Hamburger Spiegel, Ausgabe 3-2017.

PS 2: Zu Büschers Kolumnen auf grada

PS 3: Spaniens Tageszeitung hoy über meine Familie auf Recherche in Spanien

PS 4: Interview mit mir über die Kirche in Spanien

PS 5: und hier vor der Kamera in Asturien:

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