Polizisten in Madrid
Polizisten in Madrid © Carmela Negrete

23.02.2012

Spaniens Regierung ermahnt Polizei

Aus Angt vor einer neuen Protestwelle spanischer Jugendlicher hat Spaniens Regierungschef Rajoy die Polizei ermahnt, Ruhe zu bewahren.

von Tobias Büscher

Madrid. Als Valencias Polizei vor wenigen Tagen überhart auf Demonstranten eingeschlug und sogar die Akten der Verletzten in einem örtlichen Krankenhaus beschlagnahmt haben soll, breitete sich eine Welle der Empörung aus. Mehrere Tausend Studenten sind nun auch in Madrid auf die Straße gegangen, was internationale Medien sofort meldeten. Die Regierung unter Mariano Rajoy hat deshalb angeorndet: "Kein Einschreiten der Polizei, auch wenn es Provokationen gibt".

Der drohende Zorn der Jugend


Hintergrund ist das in den Augen von Rajoy ohnehin durchwachsene Image Spaniens angesichts der schlechten Wirtschaftslage. Noch mehr Negativmeldungen, erfuhr die Tageszeitung El País aus Regierungskreisen, seien "sehr unerwünscht". Gleichzeitig haben die Jugendproteste im vergangenen Jahr gezeigt, wie effektiv sich junge Spanier organisieren können. Unter dem Motto "Die Empörten" haben sie ganze Stadtzentren lahmlegen und sogar den Papstbesuch beim Weltjugendtag in Madrid gehörig aufgewirbelt.

 

Ausweg Deutschland?

50 Prozent Arbeitslosigkeit unter jungen Spaniern: Das ist der Hauptgrund für die Proteste. Und einige hält es schon gar nicht mehr im Land. Rund 1000 junge Spanier, schätzt das Statistische Bundesamt, überqueren pro Monat die Grenze mit Ziel Deutschland, um dort Jobs zu finden.

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