Touristen im Güell-Park, Barcelona
Sitzen ist noch gratis. Touristen im Güell-Park © tb

3.11.2012

Bettensteuer in Barcelona

Hotels in Barcelona und ganz Katalonien erheben ab sofort eine Extraabgabe im Stil der Kurtaxe für Touristen.

 

von Tobias Büscher

Die tasa turística a los visitantes de Cataluña ist seit dem 1. November 2012 in allen katalanischen Unterkünften fällig, von der Costa Brava über Barcelona bis in die Pyrenäen. Je nach Unterkunft kostet der Beitrag 50 Cent bis 2,50 € pro Nacht.


Protest gegen die Taxe



Die Regelung ist trotz scharfer Proteste der Hoteliers nun in Kraft. Vor allem der Hotelverband Gremi de Barcelona befürchtet, dass viele Besucher nun lieber Madrid und Sevilla ansteuern. Die katalanische Regierung rechnet dagegen mit Mehreinnahmen von rund 50 Millionen Euro pro Jahr.



Nachzahlen nicht immer nötig



Die großen Hotels in Barcelona haben online bereits auf die Mehrkosten aufmerksam gemacht unter den Stichworten City Tax und Impuesto de la Ciudad. Wer im Vorfeld eine Unterkunft reserviert hat, muss die Zusatzkosten eigentlich vor Ort nachzahlen. Doch besonders größere Unternehmen drücken hier ein Auge zu.


Katalonien ist hochverschuldet



Der Sinn der Bettensteuer ist umstritten. Oscar Casanovas, Professor an der Uni CTT für Tourismus, erklärte der Zeitung ABC: "Die Steuer hilft gerade Barcelona. Die Stadt bekommt schließlich mehr als doppelt so viele Besucher wie sie Einwohner hat. Und das hinterlässt Spuren." Der eigentliche Grund aber dürften die erdrückend hohen Schulden sein. Das dortige Parlament hat erst vor kurzem von Madrid 5 Milliarden Euro aus dem staatlichen Hilfsfonds verlangt.


Bikiniverbot versandet ...

Bereits im Sommer letzten Jahres hatten die katalanischen Regenten in Sachen Tourismus Schlagzeilen gemacht, allerdings ganz andere: Die Parlamentarier debattierten erhitzt, ob Besucher in Strandbekleidung straflos durch die Innenstadt laufen dürfen. Thema auf der Tagesordnung: Bikiniverbot. Doch dieser Gesetzesentwurf verlief im Sande.

 

 

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