Logo Krankenhaus 12 Oktober in Madrid
Logo Krankenhaus 12 Oktober in Madrid © Hospital 12 Octubre

3.03.2013

Fortschritt in der Aidsbekämpfung durch spanische Forscher

Spanischen Medizinern aus Madrid ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Aids und Ebola gelungen. Sie können das Eindringen der tödlichen Viren in bestimmte Zellen des Immunsystems verhindern.

von Marcos Fernández Vacas

Wissenschaftler des Krankenhauses 12. Oktober in Madrid haben einen Weg gefunden, die Dendritischen Zellen vor dem Eindringen des Aids- und des Ebola-Virus zu schützen. Dendritische Zellen kommen unter anderem in den inneren Schleimhäuten vor und sind entscheidend für das Immunsystem.

Proteinstruktur eines Virus verändert

Die Studie ist bereits in der Fachzeitschrift 'Nature Communications' veröffentlicht. Kooperationspartner sind das Zentrum für wissenschaftliche Forschung in Sevilla sowie die Universität von Oxford. Mit Hilfe der Nanotechnologie verhinderten die Forscher, dass die gefährlichen Viren mit den Dendritischen Zellen in Interaktion traten. Im Labor benutzten sie die Proteinstruktur eines für Bakterien ungefährlichen Virus. Seine äußere Hülle bekam damit dieselben Zuckerstoffe, die auch in der Hülle des HIV- und Ebola-Virus vorhanden sind.

Aids-Virus erkennt Zellenrezeptor nicht

Später beobachteten die Wissenschaftler, wie das veränderte Virus in die Zellen der Bakterie eindrang. Dies geschieht durch einen Rezeptor. Im Falle von HIV und Ebola findet dieser Austausch durch die Zuckerstoffe statt. Durch die Entdeckung eines dieser Rezeptoren ist es ihnen gelungen, ein Mittel zu finden, um das Eindringen der Viren zu verhindern. „Wir haben ein Teilchen benutzt, dass dieselben Zuckerstoffe in der Hülle hat“, so Forschungsleiter Rafael Delgado gegenüber spanischen Medien. Als dieses sich dann mit dem Rezeptor verband, konnte das echte Virus diesen Rezeptor nicht mehr erkennen. Die Zelle war geschützt.

Gute Aussichten für Chemotherapien und Impfstoffe

Laut Delgado ist der Einsatz in Kliniken erst in gut zehn Jahren möglich und noch Forschungsarbeiten für rund 1 Milliarde Euro nötig. Mittelfristig sollen diese „Antiviren“ in der Chemotherapie und in der Produktion von Impfstoffen zum Einsatz kommen.



Weitere interessante Links:

Webpräsenz des Krankenhauses 12. Oktober

 

Artikel zu Pränataler Geburtsmedizin