Drohne im Einsatz

4.09.2012

Mallorca: Drohnen gegen Palmrüssler

Ein deutscher Drohnen-Hersteller will sich am Kampf gegen den Roten Palmrüssler (Rhynchophorus ferrugineus) auf Mallorca beteiligen. Der Schädling ist eine echte Plage. Seit 2006 sind dem Käfer hunderte Palmen zum Opfer gefallen.


Von Frank Endres

Die Drohne soll die Käfer für die Vernichtung aufspüren.  Durch ihre Gefräßigkeit werden erst die Palmwedel der Krone schlaff, dann fallen sie ab und schließlich muss die Palme gefällt werden. Ist sie erst einmal vom Palmrüssler befallen, gibt es fast keine Rettung mehr. Besonders gerne scheint der Schädling die Kanarischen Dattelpalmen zu mögen. Der Käfer frisst ausgehend von der Krone meterlange Gänge in den Stamm.  Dort versteckt er sich und seine Larven. Nach und nach stirbt der Stamm ab. Erst, wenn die Palme nach ein bis zwei Jahren schon schwer geschädigt ist, fällt der Befall sichtbar auf. Rechtzeitig können Laien den Schädling deshalb nur schwer finden.

 

Fressgeräusche als Signal

 

Experten können die Stämme mit Spezialgeräten abhorchen und so die Fressgeräusche orten. Doch das ist aufwendig und kostet viel Zeit. Besitzer von Palmen sind verpflichtet jeden Verdacht eines Befalls zu melden. Das Landwirtschaftsministerium schickt dann einen Mitarbeiter der entscheidet, wie es weitergeht.  Der etwa maikäfergroße Schädling ist durch unkontrollierte Importe aus Asien nach Europa gelangt. Nicht nur Spanien hat Probleme mit seiner Ausbreitung.


Flugroboter im Einsatz

 


In der Zeit von September bis Dezember zeigen sich die Anzeichen des Käferbefalls. Zur diesjährigen Hochsaison der Palmrüssler-Bekämpfung kommt Hilfe aus der Luft. Das deutsche Unternehmen microdrones arbeitet im Rahmen dieses  Projektes mit dem spanischen  Bildungsministerium zusammen. Mithilfe eines Infrarot-Sensors,  der an dem Flugroboter befestigt ist,  sollen die Käfer  geortet werden.  Eine frühzeitige Bekämpfung wird so möglich. Derzeit wird das Gerät von der Stadtverwaltung Palma in Zusammenarbeit mit Studenten der Fachhochschule getestet. Das Projekt wird mit 90.000 € von der EU gefördert. 

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