Viele Spanier suchen Arbeit

4.07.2012

Mehr Spanier finden Arbeit


Im Land des frischgekürten Europameisters gibt es 98.853 weniger Menschen ohne Arbeit. Dies ist eine Verbesserung von 2,1%.Doch bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiterhin sehr angespannt.


Von Marcos Fernández Vacas

Die veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf den Juni dieses Jahres im Vergleich zum Monat Mai. Es ist dies der größte Rückgang der Arbeitslosigkeit seit 16 Jahren, so die spanische Presselandschaft. Nur einmal, im Jahr 2008, stieg die Arbeitslosigkeit im Juni. Die Zahlen stammen von INEM, dem spansichen Arbeitsamt.

Der Tourismus zieht an


Der Grund für die positive Entwicklung liegt in der hohen Anzahl neuer Arbeitsverträge im Hotelbereich zum Sommerbeginn. Somit ist ein Anstieg von 0,18% sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer zu verzeichnen, womit die Grenze von 17 Millionen insgesamt überschritten wird. Die Tourismusbranche sieht der Sommersaison optimistisch entgegen. Vielleicht war der Erfolg der Fußballnationalmannschaft bei der EM eine gute Werbung für Spanien. Erfreulicherweise gibt es weniger junge Arbeitslose unter 25 Jahren, nämlich 7,61%. Jedoch muss berücksichtigt werden, dass viele Studenten im Sommer arbeiten gehen. Auch die Baubranche entwickelt sich positiv
.
Arbeitslosenquote bleibt hoch


Dennoch bleibt die Arbeitslosenquote dramatisch hoch: Mehr als 4,6 Millionen Menschen sind ohne Arbeit. Im Jahresvergleich haben 493.468 mehr Menschen ihre Anstellung verloren, das sind 11.97%. Wie das Ministerium für Arbeit und Soziales mitteilt, gibt es auch immer mehr Personen, die keine Unterstützung mehr bekommen, insgesamt 65,4% weniger. Es werden auch weniger Arbeitsverträge geschlossen, die Rate fällt hier um 2,16%. Wobei weniger befristete Verträge geschlossen werden. Die Staatsekretärin des Arbeitsministeriums Engracia Hidalgo zeigt sich erfreut über die Zahlen. Sie weist jedoch darauf hin, dass der Juni immer schon gute Ergebnisse bringt. Nun bleibt es abzuwarten, ob aus den Fakten auch eine positive Tendenz wird. Ihre Chefin, Arbeitsministerin Fátima Báñez, betont den Anstieg der Selbständigen im fünften Monat in Folge. Auch dies ist als positive Entwicklung zu werten.

Foto oben: Tobias Büscher