5.07.2012

San Fermín in Pamplona

Am 7. Juli ist es wieder soweit. Eins der größten Volksfeste überhaupt beginnt: San Fermín in Pamplona. Weltweit berühmt wurde es durch den Roman Fiesta von Ernest Hemingway.


von Marcos Fernández Vacas

Während der sieben Feiertage, in der die Stadt Pamplona im absoluten Ausnahmezustand ist, werden 431 Veranstaltungen stattfinden. Die meisten davon sind Konzerte. Am spektakulärsten sind aber die Encierros: sechs Kampfstiere rennen durch die Altstadt Pamplonas und Dutzende von Menschen laufen mutig nebenher. Die Stadt wird an den Festtagen ihre Einwohnerzahl verfünffachen – über 1 Million Menschen werden dann die Hauptstadt Navarras in Atem halten.
 
Mit dem Chupinazo beginnt das Fest


Wie die Online-Portale diariodenavarra.es und noticiasdenavarra.com berichten, sind die Vorbereitungen im vollen Gange. Bereits seit gestern füllen sich vor allem die Straßen der  Altstadt mit Touristen aus der ganzen Welt. Viele sind auch schon im traditionellen weißen Hemd und rotem Halstuch gekleidet. Alle warten nur auf eines: den Chupinazo! Am Freitag dem 6. Juli wird vom Balkon des Rathauses am Plaza Consistorial um Punkt 12.00 Uhr eine Feuerwerksrakete abgeschossen. Ab dieser Sekunde gibt es kein Halten mehr! An verschiedenen Veranstaltungsorten werden Musiker wie Guaraná oder Robert Ramírez y El Pulpo Konzerte geben. An der Busstation treten jeden Abend ab 20.30 Uhr lokale Bands auf. Immer um 00.00 Uhr findet am Plaza de Burgos vom 7. bis 10. Juli das Festival Jazzfermín statt. Seit einigen Jahren gibt es auch einen pyrotechnischen Wettbewerb: an der Ciudadela werden täglich um 23.00 Uhr Feuerwerke abgehalten.

Kampfstiere in der Altstadt


Ab dem 7. Juli werden jeden Tag um 8.00 Uhr morgens die sechs Kampfstiere, die am Abend dem Torero gegenüberstehen, durch die Altstadt Pamplonas zur Stierkampfarena getrieben. Junge Männer versuchen dabei neben den Stieren herzulaufen, was ihnen nur für einige Sekunden gelingt. Vor dem Lauf singen die Peñas, ein Verbund von Freunden und Bekannten, vor der Statue des Patrons San Fermín an der Cuesta de Santo Domingo: "A San Fermín pedimos, por ser nuestro patrón, nos guíe en el encierro, dándonos su bendición. ¡Viva San Fermín! Gora San Fermin!" ("Wir bitten Dich San Fermín, der Du unser Beschützer bist, uns während des Laufes zu leiten und uns Deinen Segen zu spenden. Es lebe San Fermín!")  Bei einem Lauf ohne Komplikationen sind die Stiere nach circa drei Minuten in der Arena. Die Tradition des Stierkampfes ist fest in der spanischen Kultur verankert. Jedoch hat die Autonome Region der Kanarischen Inseln solche Veranstaltungen, die von vielen als Tierquälerei angesehen wird, schon 1991 verboten. In Katalonien, eine der traditionsreichsten Stierkampfregionen, gilt seit Ende 2011 ebenfalls ein Verbot. Der Encierro wird live im spanischen Fernsehen übertragen.

Viele Traditionen


Das Fest in Pamplona wird schon seit 1324 gefeiert, doch erst seit 1591 im Monat Juli. Neben dem Lauf der Stiere durch die Altstadt gibt es noch weitere traditionelle Veranstaltungen, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Beispielweise starten täglich um 9.30 Uhr die Gigantes y Cabezudos von der Busstation aus und tanzen die Straßen entlang. Die Gigantes sind acht drei Meter große Figuren, die paarweise den König und die Königin der Kontinente Afrika, Amerika, Asien und Europa darstellen. Sie werden von Männern getragen, die in den Figuren stecken. Die Gigantes werden von den Cabezudos begleitet, kleinere Figuren mit riesigen Köpfen. Die Musik wird von Gaiteros (nordspanische Dudelsackspieler) und txistularis (baskische Flötenspieler) gespielt. Weitere Traditionen sind etwa das Baumstammspalten am Plaza de los Fueros oder die Jota-Tänze am Paseo de Sarasate.


Jedes Fest geht mal zu Ende


Nach den vielen Verantsaltungen, den großen Menschenmassen, einer Woche mit wenig Schlaf, Unmengen von Alkohol und viel gutem Essen ist es nach einer Woche vorbei. Die Menschen werden sich am 14. Juli mit einer Kerze in der Hand an der Plaza Consistorial versammeln und ein Lied singen: "Pobre de mí, pobre de mí, se han acabado las fiestas de San Fermín" (Ach ich Armer, ach ich Armer, das Fest von San Fermin ist vorbei!)

 

Foto oben: Tobias Büscher

 

Buchtipp:

Ein Komissar aus Pamplona verfolgt die Spur

eines Mörders auf dem Jakobsweg:


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