9.04.2013

Neues Skandalbuch über Spaniens Prinzessin Letizia

Der Königshof in Madrid kommt nicht zur Ruhe. Juan Carlos sieht gerade zu, wie seine zweitgeborene Tochter Cristina samt Ehemann Iñaki Urdangarín wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder vor Gericht steht, da veröffentlicht der Vetter von Prinzessin Letizia ein Buch mit dem Titel Adiós Princesa.


von Tobias Büscher


Demnach hat seine Cousine vor der Ehe mit Prinz Felipe abgetrieben und alle Beweise vernichtet, um die Traumhochzeit nicht zu gefährden. Die Bunte nennt es ein "Enthüllungsbuch", die BILD ein "Hassbuch" und die großen spanischen Medien schweigen. David Rocasolano Lláser behauptet im gerade erschienen Band "Tschüss Prinzessin" über seine Cousine mütterlicherseits: Die einstige TV-Journalistin hat nach den ersten Treffen mit dem Prinz gehörigen Druck auf ihre Familie ausgeübt, damit keiner von ihrer Abtreibung erfährt und alle Beweise aus der Klinik in Madrid entfernen lassen. Sie sei herrisch und hinterhältig und habe ihm, dem armen David, als Prinzessin nur noch Befehle erteilt. Wörtlich: "Leti hat unsere Familie zerstört".

Krise der spanischen Monarchie

Es ist nicht das erste Buch mit heiklem Inhalt über die künftige Königin Spaniens. Bereits im Herbst 2010 war ein inhaltlich dünner, aber höchst bristanter Band erschienen mit dem Titel "Eine Republikanerin am Hof von Juan Carlos". Damals enthüllte ein Katalane so Aufregendes wie Tequila-Exzesse und monarchiefeindliche Töne der jungen Frau beim Auslandsaufenthalt in Mexiko.


Die Dünne und der Boulevard

Schon lange ist bekannt: Letizia, die Bürgerliche, hat einen etwas zu fortschrittlichen Lebenslauf für eine altbackene Monarchie und war nie die erste Wahl von Juan Carlos für seinen Sohn. Die Rede ist von Magersucht, von Misstönen in der Prinzenehe und vom Fluch, nur Töchter zeugen zu können: Infantin Leonor de Borbón Ortiz (*31. 10. 2005) und Infantin Sofía de Borbón Ortiz (*29. April 2007). Doch hinter Missgunst und Neid steckt noch etwas ganz anderes, was auch das neueste Buch beweist: Juan Carlos hat seine Autorität im Land verloren. Der einstige Held der spanischen Demokratie ist zur Witzfigur verkommen, der in Afrika mit einer deutschen Adeligen fremdgeht, auf alte Elefanten schießt und sich dabei die Hüfte bricht.


König Juan Carlos ist für seine Untertanen kein Vorbild mehr

Je mehr das Land Spanien ein Vorbild in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise braucht, desto weniger füllt der Monarch diese Rolle aus. Undenkbar, dass Bücher wie Adiós Prinzessin in den 80ern auf den Markt gekommen oder ein Mitglied des Königshofs bei Gericht erschienen wäre. Als Zweifel über die Finanzierung des Hofstaats in Madrid auftauchten, veröffentlichte der Monarch sein Jahreshonorar sogar im Internet. Doch eben dort taucht auch auf, was dem Königshof nicht gefallen wird. Auf twitter denken seine Untertanen schon über das Ende der Monarchie nach und einer forderte gar: macht aus dem Königspalast eine Abtreibungsklinik!