Spanische Studenten aus Madrid genießen die Sonne
Studenten in Madrid © tb

9.10.2013

Spanische Erwachsene sind Schlusslicht der PISA-Studie

Spanien steht unter Pisa-Schock. Laut OECD-Bildungsstudie zur Erwachsenenbildung können die Iberer besonders schlecht lesen und schreiben.


von Marcos Fernández Vacas

Spanische Erwachsene zwischen 16 und 65 Jahren haben laut OECD eine äußerst mangelhafte Bildung. Im Rechnen können sie kaum etwas, das Lesen fällt nur noch den Italienern schwerer. Nun schieben sich konservative und sozialistische Politiker gegenseitig die Schuld in die Schuhe.

Viele Spanier verstehen die Stromrechnung nicht

Wer die Ergebnisse der Pisa-Studie in den spanischen Medien liest, kann es kaum glauben. Demnach sind 31% der erwachsenen Spanier kaum in der Lage, eine Hotelzimmer zu reservieren, da sie die Preisangebote nicht verstehen. Ähnliches gilt auch für das Verständnis der Stromrechnung, die rechnerisch zu anspruchsvoll ist. 27% haben erhebliche Schwierigkeiten, Texte in digitalen Formaten zu folgen. Diese sind meist in einem einfachen sprachlichen Stil geschrieben. Hierbei schneiden wiederum lediglich die Italiener schlechter ab. Nur 5% haben laut Studie ein hohes Leseverständnis, gerade 4% rechnen sehr gut. Damit landen sie im internationalem Vergleich auf dem letzten Platz.

Kaum Geld für Bildung

Die Staatssekretärin im Erziehungsministerium, Montserrat Gomendio, hat den Grund für die Misere schnell ausgemacht: die Bildungs- und Erziehungspolitik während der Regierung der sozialistischen PSOE. Dagegen plant die jetzige Regierung der konservativen PP im Jahr 2014 eine Investition von fast 9 Millionen Euro in den Bildungssektor. Über die Hälfte des Geldes ist für Stipendien geplant, Gomendio zufolge ein „stolzer Schritt“ in Krisenzeiten. Der sozialistische Mario Bedera hält dagegen. Denn die von der Regierung angegebene Summe zeige, was diese von Bildungsreformen hält. Seit der letzten sozialistischen Regierung im Jahre 2011 haben die Konservativen nämlich schon 700 Millionen Euro für Bildung gekürzt. Sollten sie den Auflagen in Brüssel folgen, werden es Ende 2014 um die 2,8 Milliarden Euro weniger sein. Keine rosige Zukunft für klügere Spanier.

 

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