Zara ist die wichtigste Marke von Amancio Ortega. Bild: tb

12.01.2011

Zara-Chef Amancio Ortega tritt ab


Madrid. Firmenchef Amancio Ortega hat angekündigt, seinen Vorsitz bei Inditex im kommenden Juli abzugeben. Er ist der reichste Mann Spaniens, seine Kernmarke Zara, sein Imperium hat 100 000 Angestellte.

 

von Tobias Büscher

Nachfolger des schüchternen, steinreichen Galiciers wird Pablo Isla (geb.1964), der den 75jährigen Ortega schon seit Monaten vertritt und die täglichen Abwicklungen kontrolliert. Doch die Tageszeitung La Voz de Galicia ist sich sicher: er bleibt im Hintergrund der bestimmende Mann: no se marcha, se queda, er geht nicht, er bleibt.

Vom Hemdenausträger zum Multimillionär


Ortega hatte noch unter Franco als Hemdenausträger angefangen, daraufhin einen Laden für bestickte Morgenmäntel gegründet und allmählich von Galicien aus ein Imperium aufgebaut, das viele Namen trägt: zu Inditex gehören Läden wie Bershka, Pull & Bear, Massimo Dutti, Stradivarius und Oysho, doch der eigentliche Renner ist Zara: junge Mode, immer wieder neu entwickelt, günstig und trendy, das ist der Erfolg des laut Forbes neuntreichsten Mannes der Welt.

Der Zara-Chef meidet die Öffentlichkeit


Fotos von Amancio Ortega gibt es kaum, Klatsch ebensowenig wie Skandale, und selbst seine Mitarbeiter wissen nicht genau, wie der reichste Spanier eigentlich aussieht. Als er im Oktober 2010 durch das Kaufhaus Espacio Coruña seiner Heimatstadt in Galicien spaziert, bringt die Lokalzeitung die Nachricht, Ladenverkäufer hätten plötzlich einen älteren Herrn bei sich gehabt und sich nett mit ihm unterhalten. Dass es ihr Chef war, wussten sie nicht. Klatschreporter und Fotografen sind verzweifelt und suchen ihn eben dort, wo man ihn in der Öffentlichkeit mit seiner Tochter dann doch schon mal sieht: beim Pferderennen. Auch wenn er im Sommer "abtritt", Ortega behält 60 Prozent der weltweit präsenten Firmenanteile.

 

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