Typisches Haus auf Teneriffa
Typisches Haus auf Teneriffa © tb

11.03.2013

Teneriffa: Gier am Geldautomaten

Hunderte Menschen sind auf Teneriffa einem Gerücht auf dem Leim gegangen. Vom Automaten abgehobenes Geld soll angeblich nicht vom Konto abgebucht sein. Ein Trugschluss.

von Marcos Fernández Vacas

Ein Gerücht hat letztes Wochenende auf Teneriffa zu vermehrten Abhebungen an Geldautomaten geführt. Denn viele Bankkunden konnten nach der Entnahme des Geldes keine Veränderung des Kontostandes am Bildschirm feststellen. Als die Neuigkeit sich verbreitete, gab es auf der kanarischen Insel kein Halten mehr. In Wahrheit gaben zwei Banken wegen einer Umstrukturierung von Freitag auf Samstag geänderte Saldos nicht sofort an.

Schlange anstehen für den Geldsegen

Hunderte Einwohner von Teneriffa dachten am Freitagabend, dass die Bank Caja Canarias am Automaten das Geld „verschenkt“. Grund dafür sei ein Softwarefehler, glaubten die meisten. Das Gerücht verbreitete sich schnell über diverse soziale Netzwerke im Internet. So begannen viele Kunden mehrere Male hintereinander Geld abzuheben. Im Ofra-Viertel der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife bildeten sich im kürzester Zeit Schlangen von bis zu 30 Personen.

Heute ist die Enttäuschung groß

„Hier gibt´s nichts mehr zu holen, alles ist weg!“ oder „Was für ein Fest, alle haben ein paar Euro abgehoben!“ sind die Kommentare, die in den Straßen zu hören waren. Doch am Tag danach kam die Ernüchterung. Technikern von Caja Canarias zufolge hat die Bank alle automatisierten Buchungsvorgänge für eine Nacht eingestellt, weil sie durch die Fusion mit La Caixa die Informationstechnik insgesamt geändert hat. Deshalb gaben die Geldautomaten die Änderungen nicht an. Am heutigen Montag sehen die Kunden die abgehobenen Beträge und ihren neuen Kontostand.