Spanierin fliegt beim Botellón in die Luft
Fliegende Liebende mal anders: Feiern im Freien statt in der teuren Kneipe © tb

 

Botellodrómos in Südspanien

17.06.2013

Streit um öffentliche Saufgelage in Andalusien

Andalusiens Städte wie Córdoba haben letzte Woche sogenannte Botellodrómos eingerichtet, öffentliche Trinkgelände für Jugendliche. Andere, darunter Sevilla, sind strikt dagegen.

von Marcos Fernández Vacas

Neben Córdoba gibt es jetzt in Cádiz, Granada, Huelva und Jaén öffentliche Plätze, wo sich Jugendliche mit ihren alkoholischen Getränken treffen. Die Befürworter setzen auf Kontrolle und Sicherheit. Städte wie Sevilla lehnen ein botellodrómo wegen Anstiftung zum Alkoholismus vehement ab.

Kneipen sind vielen jungen Spaniern zu teuer

Seit Ende der 1990er Jahren nehmen die organisierten Treffs der Jugendlichen auf öffentlichen Plätzen immer mehr zu, um sich dort kollektiv zu betrinken. Und nun in der Wirtschaftskrise sind ihnen die Kneipen ohnehin oft zu teuer. Also kaufen sie ihre Flaschen (botellas) lieber im Supermarkt und trinken sie unter freiem Himmel. Darunter leiden die Anwohner, die sich über Krach und Schmutz beschweren. Die andalusische Regierung verabschiedete deshalb 2006 das Gesetz gegen die Trinktreffen (Ley Antibotellón), das eine Geldstrafe bis zu 600 Euro vorsieht.

Kein Freizeitgelände wegen Ruhestörung in Sevilla

Doch die Jugendlichen schrecken solche Gesetze kaum ab. Deshalb haben Cádiz, Córdoba, Granada, Huelva und Jaén nun jeweils ein botellodrómo eingerichtet, während Almería, Málaga und vor allem Sevilla nichts davon halten, wobei Sevilla unter der sozialistischen Regierung kurz davor stand, solch ein Freizeitgelände im ehemaligen Expo-Gelände zu bauen. Doch die jetzige Verwaltung der konservativen PP lehnt das Projekt ab. Insbesondere die Plattform für das Recht auf Ruhe (Plataforma por el Derecho al Descanso) unterstützt diese Position. Sie beklagt die ständige Ruhestörung in der Calle Betis, dem Centro Comercial Viapol und dem Feria-Park.

4000 Euro Strafe für ein Massentreffen

Nach dem Erlass des Ley Antibotellón 2006 hatte die andalusische Regierung keine begleitenden sozialen Maßnahmen für die Städte veranlasst. Seitdem gab es in Sevilla über 5400 Bußgelder und in Málaga über 4000. Dagegen ging es in Cádiz mit nur 535 Straftaten ziemlich ruhig zu. Eine Jugendliche musste in Málaga sogar 4000 Euro zahlen, da sie per Facebook zu einem Macrobotellón, einem Megatrinken eingeladen hatte. Madrid und Barcelona haben kein botellodrómo, da es dort genügend Platz für Jugendliche gibt.

 

Weiterführende Links:

Spaniens Jugendliche stehen auf Botellón


zu den Reisezielen

Córdoba

Granada

Jaén

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