Javier Bardem ist gegen die Steuererhöhung

20.07.2012

Bardem gegen Steuererhöhung

 

In Spanien gehen die Menschen auf die Straßen. Neben normalen Arbeitnehmern nun auch die Künstler. Promis wie Javier Bardem protestieren gegen die Erhöhung der Mehrwertsteuer und sehen die Kultur in Gefahr.


von Marcos Fernández Vacas



In fast allen größeren Städten waren die Straßen von den protestierenden  Massen gefüllt. Vor allem die drastischen Sparmaßnahmen und die Erhöhung der Mehrwertsteuer machen die Spanier wütend. Viele sehen auch den Kulturbetrieb gefährdet. Berühmte Persönlichkeiten schließen sich den Kundgebungen an und bekennen Farbe. Ganz vorne mit dabei: die Schauspielerfamilie Bardem.

Künstler gegen Steuererhöhung


Berichten der spanischen Presse wie elmundo.es zufolge standen die Bardems gestern in vorderster Reihe bei den Protesten der Künstler in Madrid. Die Brüder Javier und Carlos Bardem sowie ihre Mutter Pilar sind gegen die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 21%, die besonders den Kulturbetrieb schädigt. Der Oscar-Preisträger Javier Bardem ist überzeugt davon, dass die Demonstrationen die „logische Antwort“ auf die Kürzungen der Regierung sind. Solche drastische Maßnahmen sind nach Meinung des Schauspielers „ein Fußtritt gegen die Kinoindustrie“. Javiers Mutter Pilar will die Kultur nicht als Luxusgut haben: „Alle sollen auf die Straße gehen, ob es um den Gesundheitssektor oder die Erziehung geht. Das betrifft uns alle.“

Politik ist reaktionär


Der Verband der Schauspielorganisationen Cote hatte die Veranstaltung an der Plaza del Rey organisiert. Der Protestspruch lautete: „Der beste Feind eines korrupten Staates ist ein gebildetes Volk!“ Gekommen waren viele Künstlerorganisationen und Promis. Darunter Loles León, Marisa Paredes, Juan Diego Boto, Ernesto Alterio y Montxo Borrajo.  Solche Versammlungen gab es nicht nur in Madrid, sondern auch in anderen Städten wie Córdoba, Málaga, Sevilla und Valencia. In Barcelona sieht Lluís Pasqual, Direktor des Lliure-Theaters, die Erhöhung der Mehrwertsteuer als „zutiefst reaktionär“ an und den Kulturbetrieb um 40 Jahre zurückgeworfen. In Barcelona waren ebenfalls tausende von Künstlern auf der Straße. In allen Städten schlossen sie sich nach ihren eigenen Kundgebungen den allgemeinen Protestmärschen der spanischen Bevölkerung an. In mehr als 80 Städten waren die Menschen unterwegs, in einigen kam es zu Zwischenfällen mit der Polizei.

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