Feiernde Männer wefen ein Mädchen in die Luft
Junge Spanier feiern gern, auch mal mit Cannabis © tb

21.06.2014

Barcelona verbietet weitere Cannabis-Clubs

Für ein Jahr verbietet die Stadt Barcelona das Eröffnen neuer Cannabis-Clubs. Nun möchten die Verantwortlichen die 160 bereits existierenden Vereine regulieren. Die Hauptsorge gilt dem Drogen-Tourismus.

von Marcos Fernández Vacas

Ein neues Gesetz des Stadtrats von Barcelona verbietet das Eröffnen neuer Cannabis-Clubs bis nächstes Jahr. Liebhaber des pflanzlichen Rausches können sich in solchen Etablissements Marihuana besorgen und konsumieren. Ähnlich wie in anderen europäischen Ländern sind die Clubs ein Modellprojekt zur Suchtprävention.

Cannabis-Clubs dürfen nicht mit Droge handeln

Joaquin Forn, Beigeordneter des Bürgermeisters von Barcelona, wies gegenüber den lokalen Medien auf die rechtliche Problematik der Cannabis-Clubs hin. In diesen Lokalen dürfen die Vereinsmitglieder gemeinsam bestimmte Mengen an Marihuana straffrei konsumieren. Genauso haben sie als Verein die Erlaubnis, bestimmte Mengen des Rauschmittels anzubauen, zu ernten und im Club zu vertreiben. Aber sie dürfen auf keinen Umständen den Club als Handelsplatz benutzen, in dem auch Nicht-Clubmitglieder die Droge erwerben können. Dies war in letzter Zeit wohl öfters der Fall. So erwartet alle Clubs nun auch eine gründliche Inspektion.

Problem ist der ausländische Drogentourismus

“Wir können es nicht erlauben, dass unter dem Deckmantel eines Vereins das Zusammenleben, der Wohlstand und die Gesundheit von Menschen in Gefahr ist“, so Forn. Deshalb dürfen die Clubs auch nicht am Wirtschaftsmarkt konkurrieren, Werbung machen oder auf anderen Wegen zum Konsum von Marihuana anregen. Vor allem der Drogentourismus von ausländischen Jugendlichen bereitet der Stadt Barcelona erhebliche Sorgen. Zwar ist der Konsum der Touristen in den Clubs erlaubt, doch der Aspekt der Suchtprävention steht oft nicht mehr im Vordergrund. Zu oft passiert der Missbrauch, auf Partys geht es zu wild her und die Konsumenten verlieren jegliches Maß.

Ziel ist Abkehr von Beschaffungskriminalität

Seit 2005 existieren diese Cannabis Social Clubs in Europa. Sie sind ein Modellprojekt, die die europäische Organisation ENCOD (European Coalition for Just and Effective Drug Policies) vorgeschlagen. Legal sollen Erwachsene Cannabis als Rauschmittel anbauen und vertreiben können, um so der Beschaffungskriminalität von vorneherein zu entkommen. Alle Clubs sind nichtkommerziell. In Europa gibt es solche Clubs in Belgien, den Niederlanden und Spanien. In Deutschland sind sie illegal, deshalb existieren sie hier anonym.

 

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