Tourist in Spanien am Strand
Und gleich erst mal zehn Bier an der Bar, tb

23.04.2014

Spanien: Webseite denunziert nervtötende Hotelgäste

Föhn klauen, an der Bar randalieren, Personal anmaulen. Spaniens Hotels reicht es langsam. Nun können sie nervige Gäste auf einem Portal angeben. Das soll bei Buchungen vor Querulanten schützen. Und ist alles andere als legal.

Hotelbewertungen im Internet sind gängig und oft gekauft oder arrangiert. Anders sieht es mit den randalierenden Gästen in Spanien aus. Über elitebook.es können sich Hoteliers und Restaurantbesitzer nun anmelden und die Namen der Gäste aufführen, die im Etablissement rumgenörgelt, gepöbelt oder geklaut haben.

Spaniens Hoteliers schlagen zurück

Was in den USA längst auf dem Portal Guestchecker möglich ist, läuft nun auch in Spanien. Seit Dezember 2013 ist daher das Portal mit der Schwarzen Liste nerviger Touristen im Netz und läuft jetzt erst richtig an. Gut für die Hotels, die dadurch Frühbucher mit miesem Benimm einfach ablehnen. Schlecht allerdings im juristischen Sinne. Denn legal wäre das Denunzieren nur dann, wenn die Gäste der Veröffentlichung auf elitebook zustimmen. Doch solche Kunden denken nicht daran, etwa wenn sie statt dem Bademantel gleich den Flachbildschirm entwendet haben ...

"Die anderen Gäste schützen"

Einer der Gründer des Portals, Gonzalo Zamora, zu El País: "Wir wollen keine schwarze Liste führen, sondern auch die anderen Hotelgäste schützen". Er und andere spanische Hoteliers sind auf die Idee gekommen, weil sie rabiate Gäste auch abschrecken wollen. Juristisch ist das mehr als delikat, aber auch der Name ist ein Kuriosum. Denn Elitebook heißt auch ein Notebook, und das ist um Längen berühmter.

Nicht alle Spanier machen mit

Gerade die großen Hotels an der spanischen Mittelmeerküste und auf den Inseln haben Probleme mit unangenehmen Gästen. Hinter vorgehaltener Hand mit Briten noch mehr als mit Deutschen, je nach Alkoholpegel und "Besserwissen". Andere wie Mario C. aus einem großen Hotel in Barcelona hält von einem solchen Portal übrigens gar nichts und wird sich dort auch nicht anmelden: "Wir stellen einfach Gratisgetränke in den Kühlschrank und erhöhen etwas den Preis". Und zum Diebstahl von Wertsachen wie den Flachbildschirmen wird er noch deutlicher: "Es genügt, die VISA-Karte beim Check-In zu erfragen, bei Rüpeleien und Diebstahl ziehen wir die Schadensumme dann einfach ab."

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