Mosaike im Güell-Park von Barcelona
Zersplitterte Parteilandschaft wie Mosaiksplitter im Gaudí-Park

26.11.2012

Reaktionen auf die Wahl in Katalonien

Die katalanische Regierungspartei CiU (Convergència i Unió) hat bei den Parlamentswahlen in der autonomen Region zwölf ihrer bisher 62 Mandate verloren und wird künftig nur noch über 50 Abgeordnete verfügen. Für das geplante Unabhängigkeitsreferendum fehlt nun die absolute Mehrheit im Parlament. Möglich ist nun eine Koalition mit den Linksrepublikaner (ERC) bzw. mit der marxistisch-separatistische Partei (CUP).


von Sarah Kassem

„Wir allein sind nicht stark genug, um die Regierung und den Prozess (zur Gründung eines unabhängigen Staates) allein zu führen“, so die Reaktion von Parteipräsident Artur Mas i Gavarró.
Die Zentralregierung in Madrid hat laut Spiegel das angekündigte Referendum als illegal bezeichnet und will die Abstimmung notfalls durch das Verfassungsgericht unterbinden lassen. Stimmen für die Loslösung von Spanien werden in der autonomen Region immer lauter. Am 11. September, dem katalanischen Nationalfeiertag, demonstrierten 1,5 Millionen Menschen in Barcelona für die Unabhängigkeit. 57% der Katalanen sprechen sich für die Unabhängigkeit aus, 6% mehr als im Juni 2011 und 14% mehr als vor eineinhalb Jahren (Quelle: CNN).


Parteireaktionen


Die konservative Volkspartei (PP) nennt das Ergebnis der Wahl ein „Fiasko“ für die CiU. Generalsekretärin María Dolores de Cospedal schließt eine Koalition mit Mas für die kommende Legislaturperiode aus und verurteilt sein „separatistisches Programm“.
Die Spanische Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) kritisiert ebenfalls Mas‘ Unabhängigkeitsbestrebungen und sieht im Wahlergebnis eine Abstrafung der separatistischen Bewegung. PSOE-Generalsekretär Oscar López verurteilt das „Abenteurertum“ und die „Unbesonnenheit“ des katalanischen Regierungschefs und findet, die Wähler hätten Mas eine „Lektion“ erteilt.


Stimmen aus der Wirtschaft


Laut BBC hat der Ökonom Pedro Schwartz von der San Pablo Universität in Madrid angemerkt, dass die Attraktivität der Region Katalonien für ausländische Investoren erheblich leiden würde, wenn Spanien nicht vereint bleibt.
Gonzalo Bernardos, Ökonom an der Universität Barcelona, bezeichnet die Wirtschaftskrise als Ursache für die Verzweiflung der katalanischen Bevölkerung. Dem Nachrichtensender CNN sagte er, die Katalanen sehen sich mit einer dunklen Zukunft konfrontiert, und die katalanische Unabhängigkeit schüre die Hoffnung, dass alles besser werden würde.

 

 

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