Galicier vor der zerstörten Kirche Virxe da Barca in Nordwestspanien
Da strahlte sie noch im Sonnenlicht. Galicier vor der legendären Kirche Virxe da Barca in Muxía, tb

27.12.2013

Blitz zerstört spanische Wallfahrtskirche

Muxía. Was für eine Weihnachtstragödie. Erst kam in der Nacht zum ersten Weihnachtstag der Sturm. Dann traf um 6.20 Uhr der Blitz im Dach der Wallfahrtskirche A Virxe da Barca am Ufer des Atlantiks ein. Und jetzt ist eines der wichtigsten Bauwerke des Jakobswegs und Galiciens zerstört.

von Tobias Büscher

Sie ist seit dem 12. Jh. eine der Top-Kapellen Nordwestspaniens. Sie liegt spektaktulär am Wasser des Ortes Muxía an der Todesküste. Und sie heißt Unsere Jungfrau des Schiffs, weil hier der Legende nach die Gottesmutter mit einem Steinschiff landete und Apostel Jakob bei der Arbeit half. Der Blitzeinschlag im Santuario Virxe da Barca hat nun alles verändert. Resultat: Das Dach ist komplett zerstört, der Altarraum mit den Kunstschätzen ebenfalls. Und der lokale Regierungschef hält vor laufender Kamera gewichtige Reden. Eines der anschaulichsten Bilder von der Kirche in Flammen hat die Zeitung La Voz de Galicia online gestellt.

Tragödien an der Todesküste

Der Fischerort am Atlantik in Galicien trauert. Er bekam wegen der Kirche bisher sehr viele Besucher, vor allem aus Spanien selbst. Noch ist vollkommen offen, ob die Außenmauern halten und die Kirche eines Tages wieder aussieht wie früher. Muxía liegt an der Costa da Morte, der Todesküste. Hier sterben jedes Jahr Menschen beim Fischfang und der gefährlichen Ernte der Entenmuscheln. Im Jahr 2002 kam es besonders hart für die Anwohner. Die Ölpest durch den Unfall des Tankers Prestige zerstörte die gesamte Meeresflora und die Granitfelsen des Ortes. Real Madrid gab damals ein Benefizspiel, um den Anwohnern wenigstens finanziell zu helfen.

Altarbild in Asche

Mitglieder der Guardia Civil untersuchen inzwischen die Blitzableiter an beiden Türmen des Gotteshauses. Offenbar hat keiner der beiden funktioniert. Laut La Voz de Galicia sind erst vor wenigen Monaten Bauarbeiten zur Stabilisierung der Kirche abgeschlossen worden. Es ging um die Statik, Elektrokabel und Leitungen standen dabei nicht auf dem Programm. Dadurch ist neben dem Dach das wertvolle Altarbild von Miguel de Romay zerstört worden. Nur eine gotische Figur von der Jungfrau blieb offenbar verschont.

PS: Der Verlag DuMont wollte das Bild von der Kirche aus Muxía als Titelbild bei der neuen Auflage meines Buchs Galicien & Jakobsweg bringen. Sie werden nach einem neuen suchen müssen.

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