Ohne Teruel geht nichts

Ein einziger Kandidat der Partei Teruel Existe ist im spanischen Parlament vertreten. So unbekannt die Provinz Teruel und der Politiker Tomás Gutiarte bisher waren, nun hat seine Stimme angeblich die Wahl in Spanien entschieden und das Land vor dem Chaos bewahrt.

Pedro Sánchez ist erneut Regierungschef. Mit 167 Stimmen für ihn und 165 gegen ihn. Bei 18 Enthaltungen. So knapp war es in der Geschichte der spanischen Demokratie noch nie. Hätte nur ein einziger Parlamentarier in der zweiten Wahlrunde seine Meinung geändert, wäre es auf ein Patt hinausgelaufen. Und da spielte Tomás Gutiarte in den Augen vieler die entscheidende Rolle.

In Wahrheit ist aber die katalanische Seperatistenpartei ERC maßgebend bei der Wahl gewesen. Sie, die eigentlich die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien will, hat sich bei der Abstimmung enthalten und so den Weg für Sánchez überhaupt erst frei gemacht. Und der schuldet den Hardlinern aus Nordostspanien jetzt was.

Laut El País hat Tomás Gutiarte in den letzten Tagen über 8.800 Botschaften erhalten, teils mit erheblichen Drohungen, falls er für Sánchez stimmt. Öffentlich erklärte er daraufhin, er lasse sich nicht einschüchtern. Und genießt nun, dass seine Provinz im Osten Spaniens mal wieder etwas im Rampenlicht spielt.  Dort leben nur 134.000 Einwohner. Sie ist damit die viertkleinste Provinz ganz Spaniens.

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